63. Gender Lecture: Elternschaft im Recht jenseits von Heterosexualität und Zweigeschlechtlichkeit als Norm

Share

Elternschaft im Recht jenseits von Heterosexualität und Zweigeschlechtlichkeit als Norm

 

Prof. Dr. iur. Michelle Cottier
Rechswissenschaftliche Fakultät, Universität Genf

 

>> Montag, 08.02.2021, 16:06-18:00 Uhr auf FREIRAD <<
Mitschnitt der Online-Lecture vom 26.01.2021

 


Michelle Cottier studierte Rechtswissenschaft an den Universitäten Basel und Lausanne sowie Rechtssoziologie am Internationalen Institut für Rechtssoziologie in Oñati, Spanien. Sie promovierte 2005 an der Universität Basel und lehrte anschließend an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie an den Universitäten Basel, Zürich und Luzern. Ihre Forschungsprojekte führten sie unter anderem an die Harvard University in den USA und als Gastforscherin an die Universitäten Keele, Cardiff und Kent in Großbritannien. Cottier war Assistenzprofessorin an der Universität Basel und Richterin am Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt. Seit dem 1. September 2015 ist sie ordentliche Professorin an der Universität Genf. Ihre Forschungsschwerpunkte sind das Personen- und Familienrecht, das Kindesrecht, die Rechtssoziologie sowie die Gender-Perspektive im Recht. Cottier ist gemeinsam mit Ingeborg Schwenzer und Andrea Büchler Herausgeberin der Zeitschrift Die Praxis des Familienrechts.

Programm

Nach wie vor sind die Familienrechte in Europa an der Norm der Heterosexualität und der Grundannahme der Binarität der Geschlechter orientiert. Gemeinsame Elternschaft gleichgeschlechtlicher Paare wird zwar zunehmend anerkannt, aber als Ausnahme und Abweichung verstanden. Die selbstdefinierte Identität von trans*- und inter*geschlechtlichen Personen als «Vater», «Mutter» oder non-binärem «Elternteil», wie auch Familien mit mehr als zwei Eltern werden hingegen nach wie vor als Irritation wahrgenommen. Aktuell stellt sich nun die Frage, wie ein Familienrecht aussehen kann, das in Bezug auf Elternschaft nicht mehr zwischen Norm und Abweichung unterscheidet, und der aktuellen Vielfalt von Familienrealitäten gerecht wird. Der Vortrag geht der Frage nach, welchen Beitrag die (Legal) Gender Studies zu dieser grundlegenden Neuorientierung leisten können.

Moderation:
Caroline Voithofer, Institut für Zivilrecht, Universität Innsbruck

Comment:
Michael Ganner, Institut für Zivilrecht, Universität Innsbruck

 


Veranstaltet von der
Forschungsplattform Center Interdisziplinäre Geschlechterforschung Innsbruck
www.uibk.ac.at/geschlechterforschung

In Kooperation mit FREIRAD


Eine Sendereihe von Julia Tschuggnall


Mehr Information: www.uibk.ac.at/geschlechterforschung/innsbruckergenderlectures

Alle bisherigen Gender Lectures zum Nachhören: https://cba.fro.at/series/innsbrucker-gender-lecture

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.