FRAUEN*KAMPFTAG auf FREIRAD – NACHHÖREN

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WIR FUNKEN, WIR STREIKEN, WIR HABEN WAS ZU SAGEN


WIR FUNKEN LAUTSTARK FEMINISTISCHES PROGRAMM

JETZT IN DER RADIOTHEK NACHHÖREN!

 

Am 8. März funken wir lautstark, kritisch und unüberhörbar feministisches Programm. Zu hören gibt es eigens für diesen Tag produzierte Beiträge und Sendungen von FREIRAD-Radiomacher*innen und viel Musik von Frauen* representation matters! Verschaffen wir uns gemeinsam Gehör! Das Programm kann sich sehen und hören lassen – den ganzen Tag lang. Weiter unten findest du das Programm!

WIR STREIKEN

Am 8. März legen wir unsere Arbeit nieder und lassen das FREIRAD-Büro an diesem Tag geschlossen. Äquatorialguinea, Kambodscha, Moldau oder auch Berlin haben uns einiges voraus: Überall dort ist der 8. März, der Internationale Frauen*kampftag, ein gesetzlicher Feiertag. FREIRAD will an diesem Tag aber nicht feiern, sondern auf die Ungleichheit der Geschlechter aufmerksam machen. Etwa darauf, dass Frauen immer noch weniger als Männer für gleichwertig Arbeit verdienen; dass der Gender Pay Gap in Österreich immer noch rund 20% beträgt; dass Frauen weltweit 75% der unbezahlten Arbeit machen, nämlich täglich 3 bis 6 Stunden, während es bei den Männern nur 30 min bis 2 Stunden sind; dass die durchschnittliche Pension bei Frauen in Österreich mit 1064 Euro deutlich unter der Armutsgrenze von 1259 Euro liegt; dass Frauen in Führungspositionen immer noch unterrepräsentiert sind und dass Medien bei Feminiziden immer noch häufig von einem Beziehungsdrama sprechen – um nur einige Beispiele zu nennen. FREIRAD solidarisiert sich mit den Frauen* und fordert gleiche Rechte und Chancen. Als Ausdruck unserer Forderung streiken wir am 8. März. Auf FREIRAD läuft trotzdem tolles Programm – passend zum Tag feministisch, laut und kritisch:


PROGRAMM

(Detailinformationen findest du in unserem Sendekalender auf der Startseite am 8. März zur jeweiligen Sendezeit)

In der Radiothek kannst du alle Sendungen nachhören!

06:00 bis 07:00
Representation matters Celebrating female artists. Frauen*-Playlist
Macher*in: FREIRAD

08:30 bis 09:00
Lesung und Musik zum Frauentag mit Tina Bader und Marion Welsch Von Komplimenten, Linksträgern, likörseligen Sehnsüchten und Flaschenbauchtänzen.
Macherinnen: Tina Bader und Marion Welsch

09:00 bis 10:00
Representation matters Celebrating female artists. Frauen*-Playlist
Macher*in: FREIRAD

10:00 bis 11:00
Taking Roads: tote winkel Hier kommen hauptsächlich Musikerinnen zu Wort, die kulturell von unterschiedlicher Herkunft sind, eine aus der Schweiz, eine aus England und eine aus den USA.
Macher: Rupert Heim

11:06 bis 12:00
Three Iconic Women: Lost Loves? A celebration of three female artists in their own right: singer Mary Wilson, of the Supremes, the French chanson singer Barbara and the New Zealand poet and short story writer, Katherine Mansfield.
Macher*in: Poetry Cafe Sandra and Andrew Milne-Skinner

12:00 bis 12:30
Können die Kerle da noch mithalten? Frauen in Männerdominierten Berufen Wir sprechen mit Petra Baier, sie ist hauptberufliche Bergführerin und wird in ihrer Arbeit regelmäßig mit verstaubten Rollenbildern und provokanten Fragen konfrontiert.
Macherin: aufdrehen gegen gewalt

12:30 bis 13:00
„Aranea“ Mädchenzentrum In diesem Jugendzentrum nur für Mädchen* in der Matthias-Schmid Straße 10 in Innsbruck können Mädchen* zwischen 10 und 19 Jahren Freundinnen treffen, etwas essen, ihre Probleme besprechen an coolen Workshops teilnehmen oder Ausflüge machen.
Macherin:  Livia M. Sojer

13:06 bis 14:00
#eXXzellent – Frauen in der Naturwissenschaft Ein Gespräch mit Ulrike Tappeiner (EURAC Bozen), Gabriele Werner-Felmayer (Med. Univ. Innsbruck) und Helma Wennemers (ETH Zürich) über Forschung aus Leidenschaft, strategische Entscheidungen und persönliche Erfolgsrezepte.
Macherinnen:  Julia Ecker und Anna Schöpfer

14:00 bis 15:00
Talking Europe – What does it mean to be a woman today? Real experience of the business world as a women, the important topic of „pro life“ and women rights will be discussed.
Macherin:  Foteini Tyrovouzi

15:00 bis 16:00
Demokra-Wie? Formell haben Männer und Frauen in Österreich zumindest annähernd die selben Rechte, im juristischen Sinne. Wofür also kann, soll und darf moderner Feminismus noch kämpfen? Wir begeben uns auf Spurensuche und erkunden den modernen Feminismus, von Gendermedizin über nicht-sexistische Pornografie bis hin zu reproduktiver Gerechtigkeit.
Macherinnen:  Nicole Thöni und Stefanie Jahn

16:00 bis 17:00
„Gegen den Strich“ Auf Basis von Texten der Frauenrechtlerinnen Sojourner Truth und Olympe de Gouges werden zwei historische Perspektiven des Feminismus (der Feminismen) in den Blick genommen, Versuche des >gegen den Strich< Lesens unternommen und die Kraft von Intersektionalität betont.
Macher*in:  Li Fu

17:00 bis 18:00
Kultur und Tierrechte Das geheimnisvolle Leben der Tierfrauen. Ihre Fürsorge und Liebe zu ihren Kindern. Das Leben der Tierfrauen in der Nutztierhaltung in Österreich.
Macherin: Nicole Staudenherz

19:00 bis 20:00
Brisant: „Wir sind die Frauen der Igbo Community Tirol… Wir setzen uns ein für: Frieden und Freundschaft, Inklusion und Miteinander, Verantwortung sich selbst und der Allgemeinheit gegenüber, Engagement und Selbst-Empowerment, Bildung und Demokratie. Denn, fördern wir unsere eigenen demokratisch-ethischen Werte für unser Wohlergehen, so fördern wir auch diese Werte in der Großgesellschaft, in der wir leben.
Macherin: Leonie Drechsel

20:00 bis 21:00
Postkarten aus Polen und Österreich Das letzte Jahr hat uns besonders gezeigt, wo Frauen benachteiligt werden. In Polen wurde ein Gesetz trotz Massenprotesten erlassen, das keinen Schwangerschaftsabbruch mehr erlaubt wenn vorauszusehen ist, dass das Kind schwer behindert auf die Welt kommen wird. 2020 hat uns aber auch gezeigt, dass „nonkonforme“ Frauentypen wie Lizzo, Billie Eilish (Sängerinnen) oder Swetlana Tichanowskaja (Politikerin) und alle, die sich von ihnen in einer Form repräsentiert finden, Großes erreicht haben.
Nasza trzecia audycja Postkarten aus Polen und Österreich wypada w Międzynarodowy Dzień Kobiet, dlatego to wydanie postanowiliśmy poświęcić wyłącznie kobietom. Już 8 marca będziecie mieli okazję posłuchać niesamowitych artystek z Polski i Austrii,  których twórczość porusza   sytuację społeczną kobiet, a często one same są aktywistkami i krzyczącymi głosami na rzecz równości praw kobiet.
Macher*in:  Paul Wohlfarter, Aleksandra Baca

21:00 bis 22:00
Özgür FM Seit 1909 setzen sich Menschen und vor allem FRAUEN für mehr Rechte für FRAUEN ein und gingen dafür auf die Straße. Nun haben wir 2021 und es hat sich nach wie vor nicht viel verbessert oder warum brauchen wir eine Frauenquote?
Macherin: Yeliz Kondul


WIR HABEN WAS ZU SAGEN

Frauen* an die Mikros – was wir für den Medienbereich fordern

Heute sprechen wir über etwas, von dem wir eine Ahnung haben. Nämlich: den Medien. Als Freies Radio kennt sich FREIRAD in diesem Bereich aus. Und weiß, dass auch hier für Geschlechtergerechtigkeit gekämpft werden muss. Auf allen Ebenen. Und nicht nur am 8. März.

Mehr Platz für Frauen*
Frauen*spezifische Themen finden in den Medien häufig nur zwei Mal im Jahr Platz: zum Internationalen Frauen*kampftag am 8. März und zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen* und Mädchen am 25. November.
Wir fordern ausführliche Berichterstattung zu frauen*relevanten Themen in allen Medien – 365 Tage im Jahr.

Fakten schaffen
Mit Sprache ist vieles möglich: informieren, aufklären, benennen, erklären, aber auch verschleiern, vertuschen, beschönigen. Letzteres passiert immer noch in der Berichterstattung über die sich auch in Österreich häufenden Femizide. Medien berichten romantisierend über Eifersuchts- und Beziehungsdramen. Sind sie das tatsächlich? Nein! Sondern? Morde an Frauen* auf Grund ihres Geschlechts. Und so gehört es auch benannt und geschrieben.
Wir fordern eine klare Sprache in der Berichterstattung über Gewalt und Morde an Frauen*!

Mitgemeint heißt unsichtbar
In der medialen Berichterstattung sind Frauen* meist nur mitgemeint. Im Fernsehen, in den Zeitungen und im Radio verwenden Journalist*innen, Redakteur*innen und Nachrichtensprecher*innen oft ausschließlich die männliche Form. Ihr Argument: Platz- und Zeitmangel. Wie wäre es stattdessen mit der Verwendung des generischen Femininums? Statt von Politikern, Ärzten und Schriftstellern sprechen wir von nun an nur noch von Politikerinnen, Ärztinnen und Schriftstellerinnen. Die männliche Bezeichnung ist in der weiblichen Form ohnehin enthalten, Männer sind also mitgemeint. Damit Frauen* nicht mehr nur noch als Kinderbetreuerinnen, Verkäuferinnen und Pflegerinnen in der Berichterstattung sichtbar sind.
Wir fordern eine gendergerechte Sprache in den Medien!

Frauen* sind kompetent
Noch immer sind Frauen* in den Medien unterrepräsentiert. In den Chef*innenetagen von Zeitungen, Magazinen, Fernsehsendern und Radios finden sich kaum Frauen*. Bekannte und erfolgreiche Nachrichtensprecher*innen sind meistens Männer. Als Gäste holen sie sich diese meist nur Experten und keine Expertinnen in ihre Sendungen. Obwohl es genügend geeignete Expertinnen gibt. Die Berichterstattung während der Covid-19-Krise hat dies noch einmal verdeutlicht.
Wir fordern die Bevorzugung von Frauen* bei gleicher Qualifikation!

Frauen* an die Mikros
FREIRAD ist ein Freies Radio, bei dem ehrenamtliche Radiomacher*innen das Programm machen. Obwohl wir uns besonders um Radiomacherinnen im Hinblick auf oben genannte Forderungen bemühen, finden sich auch bei FREIRAD momentan mehr Männer als Frauen* hinter den Mikros. Warum? Gute Frage. Einerseits hängt dies sicherlich mit der Tatsache zusammen, dass Frauen* den Großteil der unbezahlten Arbeit in unserer Gesellschaft leisten. Noch immer kümmern sich größtenteils Frauen* (neben ihrer Erwerbsarbeit) um die Kinder, um pflegebedürftige und ältere Familienangehörige, den Einkauf, den Haushalt und die Organisation des Familienalltags. Eigene Interessen finden in der straffen Tagesplanung kaum Platz. Dafür gibt es einfach zu wenig Zeit. Um Radio zu machen, braucht es aber gerade das: Zeit und Ruhe. Dafür wiederum müssen die Frauen* ihre Kinder gut aufgehoben und versorgt wissen und ein paar Stunden die unbezahlte Arbeit ruhen lassen und/oder abgeben können. Denn nur dann können sich Frauen* mehr Gehör verschaffen.
Wir fordern deshalb eine faire Aufteilung der unbezahlten Arbeit und mehr kostenlose Kinderbetreuungsplätze in Tirol!

Frauen*, seid laut!
Dies ist natürlich nicht der einzige Grund, warum bei FREIRAD mehr Männer als Frauen* Radio machen. Unserer Erfahrung nach spielt dabei auch die weibliche Sozialisierung eine große Rolle. Frauen* sollen leise und nicht laut sein, sollen sich privat und nicht öffentlich äußern, sollen Konsens suchen und nicht Konflikte, sollen sich in Zustimmung und nicht in Kritik üben, sollen sich dem Sozialen und nicht der Technik widmen– viel zu viele Kabel, Knöpfe, Schalter gibt es da. Stimmt nicht, sagen wir. Radio machen hat zwar mit Technik zu tun, kann schwer, kann leicht sein – allerdings ist dies kein Grund, Technik und in weiterer Folge Radiomachen einem bestimmten Geschlecht zuzuschreiben. All dies sind Verhaltensregeln, die noch tief in der Gesellschaft verwurzelt sind, aber getrost über den Haufen geworfen werden können. Denn Frauen* haben genug zu erzählen, können gesellschaftliche Probleme adressieren und Lösungen vorantreiben, können Menschen unterhalten und informieren und können lautstark ihre Meinung kundtun – in den eigenen vier Wänden, im Freund*innenkreis und der Familie genauso wie im öffentlichen Raum. Auch wenn dieser unsichtbar in Form der Radiohörer*innen bleibt, welche Frau* durch das Mikro im FREIRAD Studio anspricht. Wir wollen die Frauen* genau darin bestärken und ein gesellschaftliches Umdenken fördern. Dazu braucht es aber nicht nur uns – sondern auch entsprechende Bedingungen.
Wir fordern deshalb mehr finanzielle Unterstützung und Angebote im Bereich Radiomachen, Medienkompetenz und Empowerment für Frauen*!

Frauen* hinter den Mikros
FREIRAD gibt marginalisierten Gruppen eine Stimme und macht sie hörbar. Damit dies möglich ist, arbeitet ein multikompetentes Team im Hintergrund und kümmert sich um Ausbildung, Programmwicklung, Technik, Öffentlichkeitsarbeit, Administration und Verwaltung. Anders als vor den Mikros finden sich hier hinter den Mikros mehrheitlich Frauen* wieder. Gearbeitet wird in Teilzeit, weil die Fördersituation keine Vollzeitanstellungen zulässt. Teilzeit wiederum heißt niedrige Löhne in der ohnehin schon schlecht bezahlten Kunst- und Kulturszene. Löhne, die sich bis zu 40% unter dem von der IG Kultur veranschlagten Mindestbruttolohn befinden. Und mit denen sich die Lebenserhaltungskosten in Tirol kaum bestreiten lassen. Kein Geld im Hier und Jetzt, kein Geld in der Zukunft. Denn ein niedriges Einkommen bedeutet auch eine niedrige Pension.
Deshalb fordern wir die Aufstockung der Löhne im Allgemeinen und entsprechend dem Fair-Pay-Schema der IG Kultur im Konkreten!

Das Problem der fehlenden Geschlechtergerechtigkeit in den Medien ist vielseitig und komplex. Wir haben versucht, einige Aspekte davon aufzuzeigen und entsprechende Forderungen zur Verbesserung der Situation daran geknüpft. Wir von FREIRAD bemühen uns sehr, Geschlechtergerechtigkeit in den Medien herbeizuführen. Aber: wir brauchen dich dazu! Wie du uns unterstützen und dich einbringen kannst? Ganz einfach.

Melde dich bei uns unter wir@freirad.at und teile deine Anregungen, Wünsche und Erfahrungen. Werde Radiomacherin bei FREIRAD. Lerne Radiomachen und gestalte deine eigene Sendung. Teile deine Erfahrungen im Hinblick auf die Gleichstellung der Geschlechter. Lade Expertinnen zu dir ins Studio ein oder trete selbst als Expertin auf. Solidarisiere dich mit anderen Frauen* und spiele ihre Musik on air. Sprich fehlende Geschlechtergerechtigkeit an und Fakten und Zahlen dazu aus. Verwende gendergerechte Sprache. Fordere faire und gleiche Löhne für gleichwertige Arbeit, die gerechte Aufteilung unbezahlter Arbeit und mehr kostenlose Kinderbetreuungsplätze. Erobere den öffentlichen Raum zurück. Kurzum: Verschaff dir Gehör! On air und außerhalb des Studios. Überall und immerzu. Denn nur so können wir unser Ziel einer geschlechtergerechten Gesellschaft verwirklichen.

Das Statement als PDF zum Download

 

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