Mehr als Brot!

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Schwarz-weiß Bild einer Bäckerestube. Mehrere weiß gekleidete Männer mit Bäckerhaube kneten am Tisch Teig, im Hintergrund sieht man eine Rührmaschine und Regale voller Brot.

„Mehr als Brot! Die Geschichte der Ersten Tiroler Arbeiterbäckerei (ETAB)“ – Buchumschlag, Publikationen des Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck © Karl Eller, Michael Svehla

 

Hör mit FREIRAD in ein faszinierendes Kapitel der Innsbrucker Bäckerei- und Brotgeschichte. Die Erste Arbeiterbäckerei Tirol ETAB (1899-1999) war ein Erfolg der Arbeiter*innenbewegung im 20. Jahrhundert und verknüpft drei Generationen einer Familie auf künstlerische Weise. Hier stellen wir drei Sendungen von Michael Haupt zum Thema vor.


Die spannende Geschichte von Aufstieg und Niedergang eines genossenschaftlichen Unternehmens

Hervorgegangen aus der Arbeiterbewegung, wuchs die ETAB schnell zur größten Brotfabrik des Alpenraums heran. In ihrer Hochblüte lieferte sie ihre Backwaren in nahezu alle Teile Nordtirols. Dabei ging es in ihrer wechselvollen Geschichte tatsächlich um „mehr als Brot“. Ideale und Zielsetzungen der Arbeiterbewegung prägten das Unternehmen lange Zeit ebenso wie die Kriege, Krisen und politischen Umbrüche des 20. Jahrhunderts.

Kurz vor dem 100-Jahr-Jubiläum schlossen sich die Tore der ETAB im Jahr 1999 für immer. Karl Eller und Michael Svehla zeichnen im Buch „Mehr als Brot!„, gestützt auf Originalquellen, zahlreiche Interviews mit ehemaligen ETAB-Mitarbeiter*innen und unzähligen bislang unveröffentlichten Fotografien erstmals die Geschichte dieses außergewöhnlichen Tiroler Unternehmens auf. Auch zum Anhören gibt es genug, denn Michael Haupt hat dazu einen KulturTon auf FREIRAD gestaltet:

Ein rotes Arbeiterexperiment im schwarzen Tirol

Allen Schwierigkeiten und Vorbehalten der Konkurrenz und der politischen Gegner zum Trotz war die ETAB nach nur 15 Jahren die größte und modernste Bäckerei des Alpenraums. Neben dem wirtschaftlichen Erfolg war die ETAB aber die ganzen Jahre hindurch der Innbegriff für ein äußerst soziales Betriebsklima und die strikte Einhaltung aller arbeitsrechtlichen Bestimmungen. Was dies im „schwarzen Tirol“ bedeutet hat, darüber erzählten Michael Svehla und Karl Eller bereits im Vorfeld der Veröffentlichung des Buches KulturTon-Redakteur Michael Haupt.

Dass der Himmel über mir sich kläre

„Mein Atelier, in welches ich zufällig zog und wo ich mich auffallend schnell heimisch fühlte, entpuppt sich eines Tages als Wurzel in meiner Familiengeschichte. Vor ziemlich genau hundert Jahren verkaufte in diesem Gebäude meine liebe Großmutter (…) Semmeln. Hier hat sie auch meinen Großvater kennengelernt. Immer wieder fallen mir Fotos und Geschichten in die Hände, daher möchte ich darüber schreiben fotografieren und malen.“ (Gitti Schneider)

Ausgehend von einem persönlich-biografischen Zugang entwickelte die Tiroler Künstlerin Gitti Schneider mehrere großformatige Bilder. Im Mittelpunkt steht dabei die Erste Tiroler Arbeiterbäckerei (ETAB), die einst von ihrem aus Triest nach Innsbruck gezogenen Urgroßvater Josef Gottsmann (1870-1914) geführt wurde.

Im Gespräch mit Michael Haupt blickt sie auf ihr biographisch-künstlerisches Arbeiten zurück.

2018 war ihre Ausstellung „Dass der Himmel über mir sich kläre“ im Kreuzgang des Tiroler Volkskunstmuseums zu sehen. Entstanden sind meterlange Papierbahnen, fragil und transparent, bemalt, mit Rissen, geölt und als mehrlagige Schichten an körperhafte Objekte erinnernd.

 

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