Diese Sendung ist seit dem 03. Dezember 2020 im Programmschema
und läuft an diversen Terminen


Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung


Der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember jedes Jahres ist ein von den Vereinten Nationen ausgerufener Gedenk- und Aktionstag, der das Bewusstsein der Öffentlichkeit für die Probleme von Menschen mit Behinderung wachhalten und den Einsatz für die Würde, Rechte und das Wohlergehen dieser Menschen fördern soll.

Freirad bringt dazu heute eine Reihe von Sondersendungen.

Sendungsüberblick:

15:00 bis 16:00
Blind im Stadtraum
Sendungsübernahme von FROzine zu hören auf Radio FRO 105,0

17:00 bis 18:00
Verkörperte Differenzen - normierende Blicke
Foucault und co über den Normalismus. Dazu stellen wir die Initiative "Gemeinsam leben lernen" vor. Theoretisch wird in dieser Sendung der Normalitätsbegriff unter dem Aspekt der psychischen und physischen Erkrankungen, der Illegalität, Macht oder Sexualität betrachtet. Die Literatur dazu stammt aus dem Buch "Foucault" von Urs Marti und Jürgen Link aus "Versuch über den Normalismus". Als praktisches Beispiel zieht sich ein Bericht über eine Wohngemeinschaft in München-Neuhausen, die die Grenzen zwischen normal und behindert schon seit 1989 zu überwinden sucht. Die Bewohner der WG sind Menschen mit geistigen Behinderungen und Studenten.

22:00 bis 24:00
WuV-Diskussion: Die Ferse des Achilles
Zur Rolle behinderter Menschen für die Gesellschaft

Die moderne Behindertenbewegung segelt unter verschiedenen Flaggen. Sie heißen Menschenrechte‘, ’Selbstbestimmt Leben‘, ’Integration‘ und ’Inklusion‘. Die kleine Flotte plagt sich in schweren, teils feindlichen Gewässern und ist so sehr mit dem Notwendigsten beschäftigt, dass sie keine Kraft hat, ihre nautischen Ziele zu reflektieren und an der Realität auszurichten. Weder sind die Menschenrechte für behinderte Menschen verwirklicht, vom selbstbestimmten Leben kann nur geträumt werden, die Integration steckt fest, und schon treten wir frohgemut ins Zeitalter der Inklusion ein – im Gepäck haben wir aber immer noch die alten, ungelösten Fragen. Dass bei all den hehren Zielen die Vorstellung mitschwingt, behinderte Menschen mögen mit der Bevölkerung, dem Volk, dem Volksganzen, der Volksgemeinschaft verschmelzen und dadurch unangreifbar werden, ist verständlich, illusionär – und gefährlich. Wir sind als anders kenntlich, und sind daher dem aufgeklärten Kreislauf: ’betreuen, erschlagen, bereuen‘ auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Unser Kampf geht darum, angstfrei anders sein zu können.



MacherIn:





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