Unsichtbares sichtbar machen: Die Tagung zum Nachhören

FacebookTwitterGoogle+WhatsAppPinterestTumblrEmailEmpfehlen

Am 12. April 2013 fand im Haus der Begegnung in Innsbruck die Tagung „Unsichtbares sichtbar machen. Identitätsfindung und Fremd-(Bestimmt)-Sein von Jugendlichen mit Migrationsgeschichte“.

Inhalt:
Die Jugend ist die Phase, in der sich die einzigartige Persönlichkeitsstruktur eines jeden Menschen ausprägt. Die Selbstfindung wird wesentlich von dem Bild bestimmt, welches sich die Mitmenschen machen. Dieses Fremdbild kann den Spielraum, sich selbstbestimmt zu entwickeln, einschränken.

Wird Jugendlichen eine Rolle aufgedrängt, erleben sie ihre Zukunft eher als fremdbestimmte Erfüllung von vorhandenen Erwartungen. Jugendliche hingegen, die ihre Identität eigenständiger entwickeln konnten, haben einen Sinn dafür, nicht nur, werd sie sind, sondern auch, wie sie es geworden sind und dass sie diesen Prozess selber aktiv mitgestaltet haben.

Gerade Jugendliche, deren familiäre Biographie von Migrationserfahrung geprägt ist, finden häufig bei der Identitätsfindung erschwerte Bedingungen vor, sie müssen immer wieder erfahren, dass sie als ‚Fremde‘ angesehen werden, nicht erwünscht sind, nicht an allen Bereichen eines Jugendlichenlebens partizipieren dürfen oder diskriminiert werden.

In der Regel bleibt unsichtbar, dass diese Jugendlichen ein beachtliches „Mehr“ an Entwicklung zustande bringen müssen. In dieser Tagung soll dieses „Unsichtbare“ sichtbar gemacht werden.

Im Zentrum steht die Frage:
Wie kann Identitätsfindung von Jugendlichen unter dem Aspekt des Sich-fremd-Fühlens gelingen?

Eine Tagung in Kooperation von: Ankyra/Diakonie Flüchtlingsdienst, Caritas Tirol, PsychTRANSkultAG Tirol, Sozialpädagogisches Institut/SOS-Kinderdorf Österreich, Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Innsbruck.

Moderation der Tagung: Claudia Baldeo und Jens Tönnemann

Audiodokumentation der Tagung: Geli Kugler, Freies Radio Innsbruck – FREIRAD 105.9

ZU HÖREN AUF FREIRAD 105.9: Jeden Dienstag im Juni um 14 Uhr:

Dienstag, 04.06: 14 Uhr:
Teil 1 – Begrüßung und Vortrag von Ruth Kronsteiner (Psychotherapeutin, Supervisorin und Universitätslektorin in Wien): „Identifizieren und identifiziert werden – Adoleszenz und Migration“.
Begrüßung durch:
Gertraud Gscheidlinger (Caritas Tirol)
Susi Zoller-Mathies (SPI/SOS-Kinderdorf Österreich)
Christian Moser (SOS-Kinderdorf)
Georg Schärmer (Caritas)
Gabi Mantl (Ankyra)
Hans-Günther Blecha (Uni Klinik Innsbruck)

Dienstag, 11.06, 14 Uhr:
Teil 2 – Vortrag von Sabine Trummer (Mitarbeiterin DOWAS/Chill Out, Innsbruck): „Jugendliche, die von zu Hause flüchten. Wer bestimmt? Anforderungen an soziale Einrichtungen“

Dienstag, 18.06., 14 Uhr:
Teil 3 – Kunstpfad: Beiträge von Jugendlichen zu „Unsichtbares sichtbar machen“ in Form von Theater, literarischen Texten, Bildern und Objekten. Die Sichtweisen der Jugendlichen sollen die TeilnehmerInnen der Tagung zu neuen Perspektiven anregen und als Grundlage für die Podiumsdiskussion dienen.
Mitwirkende Gruppen: Kunstkollektiv Arterie – eine bunt gemischte Gruppe von Kindern und Jugendlichen aus verschiedenen Flüchtlingsheimen in Tirol; yo!vita – Raum zur persönlichen Entfaltung von unbegleiteten Minderjähringen (Rotes Kreuz und Land Tirol); Aranea – Mädchenzentrum Innsbruck; Lerncafé der Caritas Imst; Lea Produktionsschule Wörgl; Gymnasium Sillgasse; Jugendtheatergruppe des türkisch-kurdischen Bildungs- und Kulturhaus;

Dienstag, 25.06., 14 Uhr:
Teil 4 – Podiumsdiskussion: „Was ist sichbar(er) geworden?“
Es diskutieren:
Dominik Bradl, Lea Produktionsschule
Gabi Schiessling, Landtagsvizepräsidentin
Gerhard Fritz, Stadtrat
Ruth Kronberger, Psychotherapeutin, Supervisorin, Universitätslektorin
Susi Zoller-Mathies, Sozialpädagogisches Institut/SOS-Kinderdorf
Moderation: Jens Tönnemann

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Migration, Politik veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.