1. Mai: Tag der Arbeit/Arbeitslosigkeit

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In zahlreichen Ländern ist der 1. Mai gesetzlicher Feiertag. Auf dem Gründungskongress der Zweiten Internationalen im Jahre 1889 wurde er als „Kampftag der Arbeit“ eingeführt. Die soziale und wirtschaftliche Lage der Arbeiter_innen war damals besonders prekär, aber auch heute – gerade vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise – ist und bleibt dieses Thema aktuell. Faire Löhne, gute Arbeit und soziale Sicherheit für alle!

Unser Sonderprogramm zum 1. Mai 2014:

08:30 bis 08:58
Der revolutionäre 1. Mai in Stuttgart
Jedes Jahr am 1. Mai gehen Millionen Menschen weltweit auf die Straße, um für ihre Rechte als Arbeiter_innen und Arbeiter zu demonstrieren. Organisiert werden diese Demonstrationen zumeist von den Gewerkschaften. Immer häufiger wird allerdings der Vorwurf laut, die Gewerkschaften würden mit ihrer kapitalfreundlichen Politik die Maikundgebungen zu gemütlichen Bratwurstfesten verkommen lassen.
In Abgrenzung zur Dominanz der sozialpartnerschaftlichen Politik der Gewerkschaften werden antikapitalistische Blöcke auf Gewerkschaftsdemos oder eigene revolutionäre Demos organisiert, in denen es vor allem um die Stärkung einer klassenbewußten, klassenkämpferischen linken Politik geht. Darüberhinaus wird auch die Notwendigkeit einer Überwindung der kapitalistischen Ausbeutung zum Thema gemacht.
Vor 10 Jahren startete die Gruppe Revolutionäre Aktion Stuttgart ihre Initiative für eine revolutionäre 1. Mai-Demo, die seitdem jedes Jahr stattfindet. Die Inforedaktion des Freien Radios für Stuttgart hat drei politisch aktive Linke aus Stuttgart über den 1. Mai befragt, insbesondere über die revolutionäre 1.Mai-Demo.

Talking Disco – Inforedaktion, Freies Radio für Stuttgart, 21. April 2013
http://www.freie-radios.net/54891

12:00 bis 13:00 Uhr
Lohnarbeit
Aus Anlass des 1.Mai beschäftigt sich die aktuelle Ausgabe der Reihe “Gegenargumente” mit dem Thema „Lohnarbeit“.
Im ersten Teil wiederholen wir einen Beitrag aus dem Jahr 2003, in welchem wir das Buch „Das Proletariat“ von Peter Decker und Konrad Hecker vorgestellt haben. Peter Decker beantwortet in diesem Beitrag folgende Fragen: Was ist Lohnarbeit? Was ist heute anders als im Manchester-Kapitalismus? Was bedeutet der Kampf um Arbeiterrechte als Antwort auf das System der Lohnarbeit? Wohin führt der gewerkschaftliche Kampf um Lohn? Wie stehen die modernen Arbeiter_innen nach 100 Jahren politischer Emanzipation jetzt eigentlich da – nach ihrer Verwandlung zu Bürger_innen, nachdem sie Rechte gekriegt haben, Vertretungsorgane anerkannt gekriegt haben, eine Sozialgesetzgebung gekriegt haben? Was bringt den Arbeiter_innen die Eingliederung in die Gesellschaft? Wenn man Lohnarbeit und den gewerkschaftlichen Kampf um Arbeiterrechte kritisiert, ist man immer wieder mit der Frage nach einer realistischen Alternative konfrontiert. Was ist deine Antwort auf diese Frage?
Im zweiten Teil unserer heutigen Sendung übernehmen wir von Radio X in Frankfurt zum Thema „Mindestlohn“ einen Beitrag der Gegenstandpunkt Redaktion mit dem Titel „ Der allgemein verbindliche Mindestlohn – 10 Jahre Senkung der Arbeitskosten erfahren ihre systemgemäße Vollendung“. Der Text zu diesem Beitrag kann im soeben erschienen Gegenstandpunkt 1/14 nachgelesen werden.

Sendereihe: Gegenargumente, orange 94,0 Wien, 14. April 2014

13:36 bis 14:00 Uhr
Der österreichische Arbeitsklimaindex
Seit 1997 wird zweimal jährlich der österreichische Arbeitsklima-Index veröffentlicht. Er ist ein Maßstab für den wirtschaftlichen und sozialen Wandel aus der Sicht der Arbeitnehmer/-innen und untersucht deren Einschätzung hinsichtlich Gesellschaft, Betrieb, Arbeit und Erwartungen.
Die Berechnung des Arbeitsklima Index beruht auf vierteljährlichen Umfragen, durchgeführt von den Instituten IFES und SORA im Auftrag der Arbeiterkammer. Die Stichprobe von rund 4000 Befragten pro Jahr ist repräsentativ ausgewählt, so dass daraus relevante Schlüsse für die Befindlichkeit aller Arbeitnehmer/-innen gezogen werden können.
Sandra Hochholzer von Radio FRO sprach mit dem oberösterreichischen AK-Präsident Johann Kalliauer über die Aussagen des aktuellen Arbeitsklimaindex, den Etikettenschwindel „All in Vertrag“ und darüber, was die AK dagegen unternimmt.

Redaktion: Sandra Hochholzer (FROzine, Radio FRO 105,0 Linz, 27.2.2014)
http://cba.fro.at/254848

Das Recht auf Arbeit – warum nicht für Asylsuchende?
Eine der zentralen Forderungen der Refugee-Bewegung ist der freie Zugang zum Arbeitsmarkt. Eine Arbeitsbewilligung ist für Asylsuchende in Österreich aber fast ein Ding der Unmöglichkeit. Zwar dürfen sie drei Monate nach Zulassung des Verfahrens beschränkt Arbeit suchen – in der Praxis bedeutet das aber meist Sexarbeit und Ernteeinsätze. Die Arbeiterkammer fordert eine Aufhebung, auch aus der Wirtschaft werden Stimmen laut: der Wirtschaftsstandort Österreich brauche qualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland. Mittlerweile spricht sich sogar die Gewerkschaft für eine Öffnung des Arbeitsmarktes für Asylwerber_innen aus – Diversität sei das Stichwort, so die GPA-djp bei der Veranstaltung „Human Rights Talk: Zugang zum Arbeitsmarkt für Asylsuchende?“. Aus den politischen Reihen kommt dazu nicht viel Feedback.
In dem Beitrag sind die unterschiedlichen Positionen und Forderungen zur Öffnung des Arbeitsmarktes für Asylsuchende zu hören.

Redaktion: Caro Haidacher (Globale Dialoge–Women on Air, orange 94,0 Wien, 26.11.2013)
http://cba.fro.at/250574

15:00 bis 16:00 Uhr
Der Februaraufstand von 1934 und wie es dazu kam
Im Februar 1934 verteidigten einige tausend österreichische Arbeiter und Arbeiterinnen in einem verzweifelten Aufstand die Demokratie gegen eine faschistische Diktatur. Der Kampf war aussichtslos, weil er zu spät begonnen hatte, und das war den meisten Beteiligten klar. Dennoch wollten sie nicht kampflos zusehen, wie die demokratische Republik, die sie sechzehn Jahre vorher erkämpft hatten, vernichtet wurde…

Redaktion: Martin Auer (orange 94,0 Wien, 9. Feber 2014)
http://cba.fro.at/254030

16:06 bis 17:00 Uhr
Das bedingungslose Grundeinkommen – Utopie oder baldige Realität?
Bei einer Konferenz unter dem Titel Unconditional Basic Income: Emancipating „European Welfare“ kamen am 10. April in Brüssel Aktivist_innen, Politiker_innen, Organisationen und interessierte Einzelpersonen zusammen, um die potenziellen Vorteile der Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens hervorzuheben. Es war die erste große Konferenz über das bedingungslose Grundeinkommen auf EU-Ebene und auch der formelle Startschuss für das neue Netzwerk „Unconditional Basic Income Europe“ (UBIE), das sich rund um die Europäische Bürger_inneninitiative „Bedingungsloses Grundeinkommen“ (EBI BGE) im vergangenen Jahr gebildet hat. Mehr dazu konnte Jerneja Zavec im Gespräch mit Klaus Sambor (Mitbegründer der Initiative für das bedingungslose Grundeinkommen) in Erfahrung bringen.
Außerdem sendeten wir zum Thema passend auch ein Hörstück mit dem Titel „An übermorgen kann ich gar nicht denken“, produziert von Anja Baum in Kooperation mit Radio FRO. Und: Die Landesrätin Gertraud Jahn war bei uns im Studio zu Gast, um uns ebenso einige Fragen rund um’s bedingungslose Grundeinkommen, aber auch zur Mindestsicherung und der aktuellen Lage diesbezüglch auf lokaler sowie internationaler Ebene zu beantworten. Durch die Sendung führt Sarah Praschak.

Redaktion: Andre Zogholy, Andreas Heissl, Andreas Wahl, Anja Baum, Didi Kressnig, Franz Xaver, Jerneja Zavec, Manuel Dicketmüller, Oona Valarie Serbest, Peter Wagenhuber, Petra Moser, Rudolf Danielczyk, Sandra Hochholzer, Sarah Praschak, Uschi Reiter, Veronika Moser (FROzine, Radio FRO 105,0 Linz, 15. April 2014)
http://cba.fro.at/257800

23:00 bis 24:00 Uhr
Prekäre Proteste. EuroMayDay und der bunte Widerstand gegen die Prekarität.
Ist ein 1.-Mai-Aufmarsch zur Zeit der großen Arbeiterbewegungen des Fordismus vergleichbar mit jenen bunten Paraden, die unter dem Label „EuroMayDay“ als Protest gegen prekäre Arbeitsbedingungen alljährlich durch europäische Städte des 21. Jh. ziehen? Handelt es sich bei diesen kreativen Performances um ernsthaften politischen Protest? Geht es wirklich um eine Infragestellung der kapitalistischen Systems? Oder bangt hier eine intellektuelle Oberschicht um ihre Privilegien und setzt sich dabei in Szene?
Für ihre Dissertation „Performing Protest. Media Practices in the Trans-Urban Euromayday Movement of the Precarious“ (2011) studierte die Kulturwissenschaftlerin und Aktivistin Marion Hamm EuroMayDay-Bewegungen in Mailand, London und Hamburg. Dabei erforschte sie vor allem deren performativen, widerständig-spielerischen und Umgang mit Medien. Heute arbeitet sie an einem Forschungsprojekt über Protestbewegungen in Südosteuropa (bei dem noch nach Beteiligten gesucht wird). In ihrer Arbeit stellt sie einen Link her zwischen dem ArbeiterInnenkämpfen des 19./20. und jenen des 21. Jahrhunderts, welche sich an eine spätkapitalistische Welt angepasst haben, und ihre Protestmittel und -medien and die Möglichkeiten der Zeit anglichen: Vielfältiger Protest in einer vielfältigen Gesellschaft.

Redaktion: Robin Klengel, Ruth Eggel
Sendereihe: Pensee Sauvage | Das wilde Denken – Kulturanthropologische Gespräche
Radio Helsinki, Graz, 18. März 2014
http://cba.fro.at/255928

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