kinovi[sie]on – AVA

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AVA
Regie: Léa Mysius
Donnerstag, 08. August um 20.35 Uhr im Leokino

Die 13-jährige Ava verbringt den Sommer mit ihrer alleinerziehenden Mutter und der kleinen Schwester an der französischen Atlantikküste. Doch die Idylle trügt. Mitten im Urlaub erfährt Ava von ihrem Arzt, dass sie bald erblinden wird. Während die Mutter mit dieser Diagnose überfordert ist, stellt sich Ava auf ihre Weise der unheilbaren Erkrankung. Ava versucht, noch so viel wie nur möglich von der Welt (visuell) in sich aufzusaugen, während zeitgleich ihre Sehkraft abnimmt. Auf der Suche nach intensiven Erfahrungen, begegnet sie dem Hund Lupo, der sie mit dem 18-jährigen Roma Juan zusammenbringt. „Sein Gesicht nicht zu sehen, hätte mich umgebracht“, schreibt Ava in ihr Tagebuch. Gemeinsam mit Juan erlebt sie wilde Abenteuer, verärgert und beklaut Touristen am Strand, entdeckt ihre Sexualität.

Das Spielfilmdebüt der jungen französischen Drehbuchautorin und Filmemacherin Léa Mysius lässt sich nicht in ein bestimmtes Genre einordnen. Mit einer faszinierend schönen Bildsprache und einer atmosphärischen Tonspur wechselt Léa Mysius zwischen Coming-of-Age-Geschichte, mystisch bizarren (Traum-) Sequenzen und Road-Movie. Trotz der bedrückenden Thematik ist AVA kein trauriger Film, denn AVA erzählt von (jugendlichem) Übermut und Trotz, von Neugier und Emanzipation, vom Sehen und Erkennen, von Phantasien und der Sinnlichkeit des Augenblicks.

F 2017; Regie: Léa Mysius; Drehbuch: Léa Mysius, Paul Guilhaume; Szenenbild: Esther Mysius; Kamera: Paul Guilhaume; Schnitt: Pierre Deschamps; Musik: Florencia Di Concilio; Darsteller_innen: Noée Abita (Ava), Laure Calamy (Maud), Juan Cano (Juan), Tamara Cano (Jessica) u.a.; (DCP; 1:1,85; Farbe; 105min; französisch-spanische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN)

 

Bild: kinovi[sie]on / © Léa Mysius

Quelle: kinovi[sie]on

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