Diese Sendung ist seit dem 13. Juli 2008 im Programmschema
und läuft monatlich am 2. Sonntag von 20:00 bis 21:00
und als Wiederholung monatlich am 4. Mittwoch von 10:00 bis 11:00


Mr. DNA


Mr. DNA ist eine Sendung über Musik.

Wenn es in der Geschichte der Rockmusik für mich drei essentielle Alben gibt, vielleicht The Velvet Underground And Nico (1967), Horses von Patti Smith (1975) und das wundervolle Texas von Nikki Sudden (1986), dann ist Mr. DNA eine Sendung, die sich vor allem in diesen drei Jahrzehnten aufhält, also in etwa von 1963 bis 1989. Mit Musik, die das oben umrissene Gebiet absteckt:

Der Beatmusik und den psychedelischen Klängen der Swinging Sixties. Den dekadenten Sounds der Rockmusik der 1970er-Jahre, die in den frühen Punk führten. Dem Ideenreichtum der Independent-Szene der 80er, als Nick Cave noch im Berliner Hinterhof hauste.

Neue Musik könnt ihr woanders hören, Mr. DNA ist retro. Meine Musik stammt von Schallplatten, die ich auf Kassette überspiele um sie dann ins Radio zu schicken. Analog.

Zu den Tönen gibt es Geschichten, von früher, als Musikerinnen und Musiker für Revolution standen, gegen das Gutbürgerliche, gegen das Gewöhnliche, gegen das Mittelmaß. Daran erinnere ich uns, an eine andere Welt, eine andere Zeit, an die Möglichkeiten des Gestern... Jesus died for somebodys sins but not mine.



MacherIn: Mr. DNA


Speziell zur Sendung am
Sonntag, den 08. November 2020
:

ACHTUNG Livesendung Teil 2: Post-Punk wegen Corona-Lockdown verschoben auf 13.12.!

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PUNK war nie eine bequeme Bewegung. Und obwohl PUNK der Einfachheit halber als Bewegung beschrieben wird, war er eigentlich nur eine Sammlung individueller Freigeister. So waren jene Jahre 1976 bis 1978 vor allem eine Zeit persönlicher Kreativität. Man versuchte die Grenzen von Musik, Mode, Grafik und Design zu erweitern. PUNK wurzelte in der Subversion, zu der es gehörte, dass man sein Leben als Außenseiter verbrachte. Dieser unstete Grund gab dem PUNK seinen Schwung, eine Derbheit und Frische, die man vorher nicht kannte.

Im Verlauf der PUNK-Geschichte tauchte vieles auf, das von heute betrachtet verfehlt oder lächerlich erscheint, aber seine wesentlichliche Bedeutung, jede Autorität in Frage zu stellen, ist heute noch genauso virulent. Wenn man heute darüber nachdenkt, ist das offensichtlich, doch die Generation von 1976 musste diese Entwicklung durch Subversion unterstreichen. Sie schuf einen Lebensstil der vorgab, wie man sich kleiden, wo man leben und wie man überleben konnte.

Ende 1978 war von PUNK dann nur noch eine Rauchwolke und ein Häufchen Asche übrig. Post-PUNK stiegt wie ein Phönix daraus auf. Die mit PUNK sozialisierten MusikerInnen trieben nicht nur ihre Musik in unbekanntes Terrain, sie kannten sich auch mit Literatur, Philosphie und Theater aus. Anders als die PUNKs hatten sie keine Angst vor Synthesizern, nur die Konventionen des Rock scheuten sie. So ordneten sie sich keiner Bewegung unter, sie bildeten ihre eigene.

Mr. DNA geht in einem 2-Teiligen PUNK-Spezial dem Phänomen nach; erinnert, betrachtet und bringt den Soundtrack.

Teil 1: PUNK, Sonntag 11.10. 20 Uhr (live) und Mittwoch 28.10. 10 Uhr (Wiederholung)

Teil 2: Post-PUNK, Sonntag 8.11. 20 Uhr (live) und Mittwoch 25.11. 10 Uhr (Wiederh.)




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