10. Oktober: Österreichweiter Tag des Bleiberechts

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Im Jahr 2008 erklärten zahlreiche NGOs aus dem Flüchtlings- und Menschenrechtsbereich den 10. Oktober zum Tag des österreichweiten Bleiberechts, um auf die Notwendigkeit einer menschenwürdigen Bleiberechtsregelung hinzuweisen. Denn wie die Politik nach wie vor mit Menschen umgeht, die in Österreich ihre Wurzeln geschlagen haben, ist unmenschlich, menschenrechtswidrig und unvernünftig.

FREIRAD widmet diesem Thema heute einige Stunden Sonderprogramm.

Sendungsüberblick:

08:15 bis 09:00 :
Von der Grenze zum Antrag – auf der Flucht in Salzburg
Die Grenzen sind dicht. Europa steht still und hat sich durch xenophobe Politik und strukturelle Gewalt selbst in einen Ausnahmezustand manövriert. Ein Zustand, der ein Mehr an Entrechtung mit sich bringt. Vom Ringen um adäquate Versorgung und Anerkennung während des Zusammenbruches des europäischen Asylsystems.
Lina Čenić im Gespräch mit Ali K. , Aktivist gegen Grenzen und Farshad A., einem Asylsuchenden, der gestern einen Antrag gestellt hat und nicht grundeversorgt wird.
Redakteurin: Lina Cenic
Sendereihe: Salzburger Stadtteilradio, Radiofabrik Salzburg
Produktionsdatum: 02.10.2015
nachhören: cba.fro.at/298073

10:06 bis 11:00 :
ASYL IN TIROL
Konflikte, Gewalt, Verfolgung, Klimawandel und Armut zwingen Menschen dazu, ihre Heimat zu verlassen. In Österreich werden diese Menschen oft ohne Unterscheidung als Ausländer_innen, Asylant_innen, Migrant_innen, Flüchtlinge, Asylwerber_innen oder Zuwanderer_innen bezeichnet. Wo liegt nun der Unterschied zwischen Flüchtlingen, Asylsuchenden und Migrant_innen?
Wie viele Flüchtlinge leben in Tirol? Wie ist das Flüchtlingswesen in Tirol organisiert? Welche sozialen Leistungen bekommen Asylsuchende und welche Rechte und Pflichten haben sie? Haben Asylsuchende Zugang zum Arbeitsmarkt? Wie funktioniert das Asylverfahren in Österreich?
Über diese und viele andere Fragen wurde in einer Veranstaltung im Wörgler Tagungshaus mit der für die Asylkoordination zuständigen Landesrätin Christine Baur und Harald Bachmeier, dem Geschäftsführer der neuen Landesgesellschaft Soziale Dienste GmbH, diskutiert.
Moderation: Nicole Schreyer
Sendereihe: Brisant, FREIRAD
Produktionsdatum: 11.05.2015
nachhören: cba.fro.at/286715

11:06 bis 12:30 :
Freiheit für Waren, nicht für Menschen. Flüchtlingsabwehr an der Brenner-Grenze
Vortrag von Stefan Blaßnig, Wörgl 25.11.2014
Der Brennerpass ist mit 1.370 Meter Seehöhe der niedrigste und zugleich meistbefahrene Gebirgspass über die Alpen. Er stellt ein Nadelöhr zwischen Italien im Süden und Deutschland im Norden dar. Von Innsbruck sind es nur rund 30 Kilometer bis zur „unsichtbaren Grenze“. 10 Millionen PKW und ca. 2 Millionen LKW passieren jährlich die Mautstelle Schönberg. Der Brenner ist der schnellste Weg in den Norden.
Aus diesem Grund nehmen auch viele Flüchtlinge diese Transitroute: das weiß auch die Polizei. 2014 wurden über 6.000 Flüchtlinge auf österreichischen Staatsgebiet festgenommen und nach einer fremdenpolizeilichen Überprüfung über den Brenner nach Italien „zurückgeschoben“. Beinahe jeden Tag versuchen v.a. syrische, eritreische und Flüchtlinge aus anderen destabilisierten Kriegsregionen und -ländern in internationalen Reisezügen nach Deutschland und von dort weiter nach Skandinavien in eine friedliche und sichere Zukunft zu kommen. Italienische Medien bezeichnen den Brenner als neuen „Eisernen Vorhang“.
Stephan Blaßnig ist Politikwissenschaftler und Historiker. Er ist in einer Beratungseinrichtung für Migrant_innen, in der politischen Flüchtlingsunterstützungsarbeit sowie im antirassistischen Bereich tätig.
Produktion: FREIRAD, 14.5.2015
nachhören: cba.fro.at/280499

 

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