Für Demokratie und Pressefreiheit in Simbabwe

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Aufruf zu einer weltweiten Lesung am 9. September
zu hören auf FREIRAD 105.9 a, 09.09.2007 um 19:00

Die Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Simbabwe reichen zurück bis in die frühen achtziger Jahre, in denen Robert Mugabe die Operation „Gukurahundi“ durchgeführt hatte, die blutige Ermordung von über 20.000 Menschen des Ndebele-Volkes. Seit dem Jahr 2000 verantwortet er die brutal durchgesetzte, entschädigungslose Enteignung weißer Farmer, die u.a. zu hohem Getreidemangel und daraus resultierenden Hungersnöten führte. In der Operation „Murambatsvina“ (Müllentsorgung) reagierte Mugabe im Jahr 2005 auf Oppositionsdemonstrationen und ließ etliche Slums niederwalzen. Hunderte Oppositionelle und Regimekritiker wurden festgenommen, entführt und gefoltert. Seit Februar 2007 gilt absolutes Demonstrationsverbot im Lande. Die Pressefreiheit ist eingeschränkt, ausländische Medien werden diskriminiert. Mugabe beeinflusste Wahlen durch Gewalt und absolute Kontrolle dergestalt, dass jeder Angst haben muss, der die Opposition wählt. Mitte März 2007 wurde Simbabwes wichtigster Oppositionsführer, Morgan Tsvangirai, im Verlaufe einer Protestkundgebung verhaftet und anschließend im Gefängnis schwer misshandelt.

Bis vor einem Jahrzehnt gehörte Simbabwe noch zu den reichsten Ländern Afrikas und besaß mit einer Alphabetisierungsrate von etwa 85% den höchsten Bildungsstandard des Kontinents. In den letzten Jahren hat Mugabe sein Land in den wirtschaftlichen Niedergang und sein Volk in bittere Armut geführt. Die offizielle Inflationsrate liegt bei 3700%, die höchste Rate weltweit, die Arbeitslosigkeit bei ca. 80%. Mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 34 Jahren bei Frauen und 37 Jahren bei Männern ist Simbabwe zu einem der Länder mit der geringsten Lebenserwartung geworden.

Mit der Lesung möchte das internationale literaturfestival berlin zur Aufklärung über die Wirklichkeit in diesem postkolonialen Land beitragen. Die Wahrheit wurde lange genug verschwiegen – leider auch von Vertretern der politischen Klasse Südafrikas, die eine besondere Verantwortung diesbezüglich hat. Wir bitten Sie um Unterstützung für diese Aktion und rufen Radiostationen, Schulen, Universitäten, Theater und andere kulturelle Institutionen in Afrika und weltweit zur Lesung von Gedichten Chenjerai Hoves, Chirikuré Chirikurés und Dumbudzo Marecharas sowie des Vorwortes von Elinor Sisulu auf, das sie für das Buch „Gukurahundi in Zimbabwe. A Report on the Disturbances in Matabeleland and the Midlands 1980-1988“ (Johannesburg 2007) schrieb. Es richtet sich – auch – gegen das Schweigen aus falschem Solidaritätsgefühl, das eine wichtige Basis der Herrschaft Mugabes ist. Die Rechte für Lesungen der beigefügten Texte und Gedichte in Veranstaltungen und durch Radiosender sind am 9. September 2007 frei.

mehr infos unter: peter-weiss-stiftung.de

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