15. Juni: Tag der Freien Radios / Medien

FacebookTwitterGoogle+WhatsAppPinterestTumblrEmailEmpfehlen

Freie, nichtkommerzielle Medien sind leider noch keine Selbstverständlichkeit. Und doch gibt es viele Menschen, die sich eine Gegenöffentlichkeit wünschen und sich diese auch schaffen. Gerade in Tirol stellt die Medienkonzentration in Bezug auf Meinungsvielfalt eine immer bedenklichere Situation dar. Der seit Ende der 90er Jahre eingeführte Tag der Freien Medien soll ins Gedächtnis rufen, dass Freie Medien einen wesentlichen Beitrag zur Freiheit der Meinungsäußerung und zur Medienvielfalt leisten.
FREIRAD 105.9 widmet diesem Tag ein umfangreiches Schwerpunktprogramm:

15. Juni: Tag der Freien Radios

Programm:

08:00-08.40 Uhr
Radio Bongo 500 – PiratInnenradio aus Salzburg
Radio Bongo, das Salzburger PiratInnenradio, berichtete im Jahr 1993 anlässlich eines Radio-Treffens in Linz über die Situation von PiratInnenradios in Österreich. Zu Wort kommen AktivistInnen aus Innsbruck, LInz und Wien. Gestaltung: Igor
Radiofabrik (Salzburg), 3. Juli 2008

11:06-12:00 Uhr
Civil Media 2008 – ein paar Eindrücke
Der 1.Tag der Freien Medien in Österreich wurde vom österreichischen Medienverband für freie Medien im Print und Onlinebereich ausgerufen. Zu diesem Anlass gibt es auch gleich einen Überblick zu weiteren Initiativen internationaler freier Medien im Print und Radiobereich die bei Civil Media 2008 präsentiert wurden.
Freie Medien machen es sich vornehmlich zur Aufgabe, Öffentlichkeiten herzustellen – nicht Märkte, auch nicht ihre eigenen. Unwillkürlich aber notwendig stellen sie damit auch kleine Märkte her, vor allem ihre eigenen. Die Freiheit Freier Medien ist also zunächst möglichste Freiheit von Vermarktungserfordernissen zugunsten freier, ausführlicher, kritischer und unspektakulär kontroversieller Informations- und Gedankenveröffentlichung. Freie Medien wollen nicht Zielgruppen anvisieren, sondern LeserInnen, HörerInnen, UserInnen zu Diskussionen anregen, die ihre eigenen sind und ihnen die dafür nötige Information zur Verfügung stellen. Freie Medien wollen nicht Meinung machen, sondern kritisches vor-, mit- und nachdenken ermöglichen und demgemäßes gesellschaftliches Handeln anregen und ermöglichen.
Ein Auszug von einem Artikel für die Kupf Zeitung von 2000. „Es gibt keine Öffentlichkeiten, es sei denn, wir schaffen sie.“ von Robert Zöchling
Quellenangabe: „zuerst erschienen in KUPF – Zeitung der Kulturplattform OÖ, 86/2/’00“ Verfasst am: 01. Mai 2000 |
Zeitungs Nr.: 86
Das gilt immer noch, auch auf dem internationalen Sektor.
Bei Civil Media 2008 – der Unconference beteiligten sich bis zu 40 RefrentInnen aus 20 Ländern. Das Themenumfeld war umfangreich.
Die FROzine bringt heute ein paar Ausschnitte (Hörproben) aus dem Programm.
Konzepte von Community Radios in Großbritannien, Möglichkeiten oder nicht Möglichkeiten von Civil Medien in Russland, Ausschnitte der Diskussionen zum Jahr des Interkulturellen Dialogs und Ergebnisse zu dem EU Projekt Radiodialoge Stimmen der Vielfalt sowie unterschiedliche Organisationen und Schwerpunkte die sich in den unterschiedlichsten Bereichen in freien Medien auftun und bereits langjährig umgesetzt werden, werden in kleinen Hörausschnitten gezeigt.
Sie hören Ausschnitte von:
Civil Media in Russia: Challenges and Hopes
SalaamShalom – das einzig englisch-sprachige muslimisch/israelische Internetradio
The Intercultural Community Media: Planning for Diversity Advantage (Rui Monteiro)
Radiodialoge – Stimmen der Vielfalt (Podiumsgespräch DEUTSCH!)
DIY Feminist Aktion
Panel discussion „European Community Media Policy“
Alle Hörproben sind kleine Ausschnitte der Vorträge und Diskussionen, sie sind daher aus dem gesamten Kontext gerissen. Die Redaktion empfielt daher die vollständigen Vorträge und Diskussionen nachzuhören, der Authentizität wegen, dies bitte zu berücksichtigen.
Alle Mitschnitte der Vorträge und Interviews stehen auf dem Audioarchiv zum runterladen und nachhören zur Verfügung.
Die Präsentationsfiles und Links der Vortragenden sind auf www.civilmedia.eu zum Runterladen und Nachlesen von den ReferentInnen zum Teil bereitgestellt.
Die Ausschnitte sind vorwiegend auf Englisch, die Moderation auf Deutsch.
Durch die Sendung führt sie Simone Boria
Sprachen: Deutsch, Englisch
FROzine, vom 9.Dezember 2008 (Radio FRO, Linz)

12:00-13:00 Uhr
Medienmagazin „Recherche“ vom Mai 2009
Themen:
1. Wie praxistauglich ist die Europäische Charta der Pressefreiheit? – Interview mit Journalist Timo Rieg (spiegelkritik.de)
2. Nichtkommerzielle Medien in Österreich anerkannt – Interview mit Helmut Peissl, Verband Freier Radios Österreich
3. Was sind „Medien“? – Interview mit Nadia Bellardi (Radio LORA Zürich, CMFE) zur „New Notion of Media?“ Konferenz des Europarates in Reykjavik
Musik: Hugo ’Droopy’ Contini: Beat goes on (http://www.jamendo.com/de/album/22837)
Radio Corax, Halle
Autor: Stefan Tenner
Produktionsdatum: 29.05.2009

13:06-13:31 Uhr
Die schwierige Situation der Radiofabrik Salzburg und mögliche Auswege
Nach zehn Jahren erfolgreichem Wirken und einer beachtlichen Entwicklung steht die Radiofabrik Salzburg vor einer massiven Unterfinanzierung. Daraus resultiert eine laufende Gefährdung der Arbeitsplätze des Teams und der Infrastruktur für Radio und Organisation. Der Geschäftsführer Alf Altendorf im Gespräch mit Radio Corax über die Umstände der freien Radios in Österreich und Bestrebungen und Ansätze diese zu ändern!
ach ja, wichtig:
http://petition.radiofabrik.at/
Radio Corax, Halle
Produktionsdatum 10.02.2009

18:00-18:20 Uhr
Situation und freie Radios in Oaxaca
Nahu und Poncho sind zwei Aktivisten aus Oaxaca bzw. aus Chiapas. Monentan reisen sie durch Europa um Kontakte zu knüpfen und über die Situation in Mexiko zu informieren. Ein Interview, geführt am 26.7.08 über die Situation in Oaxaca und die freien Radios vor Ort.
bermuda.funk – Freies Radio Rhein-Neckar
Produktionsdatum 29.07.2008

18:20-18:30 Uhr
Freie Radios in Mexiko, Oaxiaca – Radio Planton
Vor einigen Wochen kamen in Hannover zwei Mexikaner auf Vortragsreise vorbei. Sie informierten über die Situation Freier Medien und Radios in Oaxaca, Mexiko.
Autor: fredi, OS Interpol bei Radio Flora, 02.08.2008

18:35-18:45
Biss-FM. Neue Hoffnung für emanzipatorische Mediennutzung in Sachsen?
Eine Diskussion über die eigene Praxis der freien Radios ist notwendig und geschieht dennoch nur in einem kleinen Kreis von Akteuren. Und das in den Radios, die Nachfolger jener Piratensender sind, die einst verbotenerweise Frequenzen besetzten.
Bei aller Chance auf etwas Anderes im Radio steht hier vor allem ein großes Fragezeichen: Wie kann aus der Möglichkeit einer relevanten, wahrzunehmenden Alternative Radio-Kommunikation hergestellt werden?
Die Hoffnung, die Gesellschaft durch das Senden anderer Inhalte zu mobilisieren, womöglich zu verändern, greift sicher zu kurz.
Es sollte eher um die Kraft des Mediums als soziale Praxis gehen. Das selbstverständliche Benutzen des Mediums durch ganz verschiedene Akteure der Gesellschaft kann andere Nutzungsformen hervorbringen. Teilöffentlichkeiten sind hier ebenso interessant wie das Radio als Werkzeug, in die gesellschaftliche Praxis einzugreifen.
Erinnert sei an die Festnahme zweier Redakteure des FSK – die mehrere Stunden wie Schwerverbrecher festgehalten wurden – und die damit verbundene Verletzung jeder Form von Pressefreiheit während der Räumung des Bauwagenplatzes „Bambule“ in Hamburg. Es gibt weitere Beispiele; Querfunk, das freie Radio in Karlsruhe, hatte eine Sendung vom Programmplan genommen, die mehrmals sexistische Inhalte gesendet und eine homophobe Musiksendung verteidigt hatte. Die Landesmedienanstalt für Baden-Württemberg setzte sich für die homophobe Sendung ein, ging vor Gericht mit der Begründung es gäbe „Zweifel an der Einhaltung der erforderlichen Zugangsoffenheit“. Querfunk verlor den Prozess und muss sich demnach diktieren lassen, was im eigenen Radio läuft.
In Sachsen wurden die dortigen freien Radios mit einer Geldstrafe bedacht, weil sie einen Demonstrationsaufruf des „Antifa Infoportal Magdeburg“ verbreiteten. Gerade die dortige Medienanstalt verfolgt eine Politik, die eine emanzipatorische Mediennutzung kaum zulässt. Biss FM ist nun eine weitere Initiative unterschiedlichster Akteure, die mit dem vorhandenen Radioangebot in Sachsen nicht einverstanden sind.
Ralf von Radio Corax sprach mit Sebastian Schwenk über die Ansätze der Initiative.
Radio Corax, Halle, 03.04.2009

21:00-22:00 Uhr
(WDH. von 12:00 Uhr)
Medienmagazin „Recherche“ vom Mai 2009
Themen:
1. Wie praxistauglich ist die Europäische Charta der Pressefreiheit? – Interview mit Journalist Timo Rieg (spiegelkritik.de)
2. Nichtkommerzielle Medien in Österreich anerkannt – Interview mit Helmut Peissl, Verband Freier Radios Österreich
3. Was sind „Medien“? – Interview mit Nadia Bellardi (Radio LORA Zürich, CMFE) zur „New Notion of Media?“ Konferenz des Europarates in Reykjavik
Musik: Hugo ’Droopy’ Contini: Beat goes on (http://www.jamendo.com/de/album/22837)
Radio Corax, Halle
Autor: Stefan Tenner
Produktionsdatum: 29.05.2009

22:00-22:35 Uhr
Radio Bongo 500 – PiratInnenradio aus Salzburg, die 1. Sendung
Am 11. November 1992 ging Radio Bongo 500 erstmals auf Sendung – in Zeiten des Rundfunkmonopols natürlich illegal. Die AktivistInenn kamen durchwegs vom Publizistik-Institut der Uni Salzburg, den technischen Support für den Senderbau lieferten KollegInnen aus Wien. Pech aber auch: Gleich bei der Premieren-Sendung wurde auch der erste Sender beschlagnahmt.
In dieser Sendung wird die Idee des Freien Radios der interessierten HörerInnenschaft näher gebracht. (Die Radiofabrik strahlt anlässlich ihres zehnjährigen Jubiläums Sendungen von Radio Bongo wieder aus.)
3.. juli 2008 Radiofabrik (Salzburg),

23:00-23:42 Uhr
Rolle des freien Radios
Vor gar nicht mal so langer zeit kam hier (bei Radio Corax) eine Pressemitteilung des Senders Radio-Brandenburg an. Man wollte uns informieren über deren neues Programm Radio Berlin 88,8. Und da hieß es: „mit seiner Musikfarbe schließt Radio Berlin 88,8 eine Lücke auf dem Radiomarkt und präsentiert die besten Pophits der letzten Jahrzehnte. Von Abba bis Nena zu Rosenstolz, Phil Collins bis Herbert Grönemayer“… und da wurde einmal mehr klar, worum es geht: Hörer über den klebrigen Effekt des Bekannten zu binden. Daß dies das Credo vieler Sender im UWK Bereich ist, ist allerdings auch keine neue Erkenntnis. Und natürlich profitieren Projekte wie Radio Corax von diesem offensichtlichen Defizit. Doch wo liegen eigentlich die Grenzen von dem, was sie gerade hören? Die Grenzen von freiem Radio. Aber vor allem: was ergeben sich dennoch oder gerade deswegen für Möglichkeiten. Darum soll es nun in den folgenden Minuten gehen.
Zu Einspielern Ralf und Andreas…
Neben Udo sitzen virtuell noch Alex von Radio Corax und Ralf Wendt. Er ist diplomierter Sprechwissenschaftler, war Kurator des Festivals zur Zukunft des Radios – den Radiorevolten. Dazu ist er Hörspiel und Featureautor. Und jemand der täglich bei Corax agiert. Auf dem Feld der tagesaktuellen Magazine… Dazu kam noch Andreas Stuhlmann. Er lehrt Neuere Deutsche Literatur- und Medienwissenschaft an der Universität Hamburg. Andreas Stuhlmann sendet beim Hamburger freien Radio FSK und hat den Reader “Radio-Kultur und Hör-Kunst” herausgegeben.
Ihre Überlegungen lassen wir in unser Gespräch einfach ein wenig mit einfließen…
Radio Corax, Halle
Produktionsdatum 07.01.2009

Dieser Beitrag wurde unter Freie Radios veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.