10. Dezember | Sonderprogramm zum Tag der Menschenrechte

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Tag der Menschenrechte

 

>>> Montag, 10.12.2018
Von 0 bis 14 Uhr: Die Toten Europas
Von 14 bis 15 Uhr: Weltweite Lesung

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Die Toten Europas | Ausschnitt der Liste der dokumentierten Todesfälle an und innerhalb Europas Grenzen der NGO United Against Refugee Deaths

“Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.”

Mit diesen Worten beginnt die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, verabschiedet vor genau 70 Jahren am 10.12.1948 von den Vereinten Nationen. Seitdem ist der 10. Dezember der Internationale Tag der Menschenrechte.

FREIRAD widmet diesem Tag ein Sonderprogramm:

00:00 – 14:00 Uhr | Die Toten Europas

Ab Mitternacht bis 14 Uhr verlesen wir die 34.361 Toten, die aufgrund der restriktiven Grenz- und Asylpolitik Europas zu beklagen sind.

Die niederländische NGO UNITED Against Refugee Deaths dokumentiert seit 1993 mit einem beeindruckenden Netzwerk an Unterstützer_innen die Toten an Europas Grenzen. Anhand von 1041 Quellen wurden und werden Identität, Herkunft und Todesursache recherchiert. Von vielen Verstorbenen ist die Identität nicht bekannt: Nicht ihr Name, nicht ihre Herkunft, weder ihr Geschlecht noch ihr Alter. Von einigen ist nur bekannt, dass sie eine Frau oder ein Mann, oder dass sie Kinder waren.

34.361 Todesfälle von verstorbenen Geflüchteten wurden bis zum Mai 2018 dokumentiert. FREIRAD brachte diese Liste bereits im Sommer auszugsweise und täglich im Radio.

Es lesen: Roberta Hofer, Bert Walser, Andreas Ritsch, Markus Schennach, Benedikt Sauer, Geli Kugler, Maria Rainer, Laurin Mauracher, Max Mayr, Hemma Übelhör, Carolin Vonbank, Joe Tiefenbrunner, Anna Obererlacher, Mar_ry Anegg, Melanie Bartos, Matthäus Masè, Bettina Lutz, Christian Altenweisl, Lisi Rieder, Ramona Pohn, Tom Fliri, Mira Kugler, Marco Frei

Zum Nachhören auf der Radiothek der Freien Radios Österreich: https://cba.fro.at/series/die-toten-europas


14:00-14:30 | Weltweite Lesung für Pressefreiheit und in Erinnerung an Jamal Kashoggi

Am 10. Dezember 1948, vor 70 Jahren, wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von der Generalversammlung der Vereinten Nationen im Palais de Chaillot in Paris verkündet. Anlässlich dieses Jahrestages ruft das internationale literaturfestival berlin (ilb) Menschen, Institutionen, Universitäten, Schulen und Medien, denen Pressefreiheit und Menschenrechte wichtig sind, zur Organisation und Teilnahme an einer weltweiten Lesung in Gedenken an den getöteten saudischen Journalisten Jamal Khashoggi auf.

Meral Öztürk liest den am 17. Oktober 2018 in der Washington Post erschienen Text „What the Arab world needs most is free expression“ von Jamal Kashoggi.

Roberta Hofer liest den Text „Why the Arab world needs democracy now“, Verfasser Jamal Kashoggi, der am 22. Oktober 2018 in der New York Times erschienen ist.

Weiterführende Links:
worldwide reading
internationales literaturfestival berlin (ilb)

Ausführlichere Informationen zur Sendung gibt es hier: www.freirad.at/weltweite_lesung


Veranstaltungstipp:

Jetzt! Menschenrechten eine Bühne geben
10. Dezember | 18:00 Uhr | Haus der Musik

ART AGAINST RACISM bietet anlässlich des Internationalen UN-Tages der Menschenrechte und als Beitrag zum 70-Jahres-Jubiläum eine Bühne, um auf die universelle, unteilbare Geltung der Menschenrechte aufmerksam zu machen und die aktuelle Dringlichkeit zu betonen, Verletzungen dieser Rechte entgegenzutreten. Damit auch hier und heute ihre Infragestellung wahrgenommen wird und im Sinne gemeinsamer Solidarität hierauf reagiert werden kann.

Im Rahmen der Veranstaltung finden lokale und überregionale KünstlerInnen aus Literatur, Musik, bildender Kunst und Theater die Möglichkeit, ihrem Engagement für gesellschaftliche Inklusion, für politische und soziale Rechte, gegen Rassismus und für die Zurückdrängung von Diskriminierungen mit ihren Mitteln Ausdruck zu verleihen. Weil Kunst mehr sein kann.

Am Ende des Abends werden Kunstspenden verschiedener Genres versteigert. Der Reinerlös geht dabei zur Hälfte an Amnesty International und FLUCHTpunkt.

Es spielen u.a. Zabine Kapfinger, Fransen Musik, George M Naser, LatinOriente, Imagination, Martin Yavryan und Studierende des Jazz Konservatoriums unter der Leitung von Stephan Costa.

Es lesen Ludwig Laher, Robert Prosser, Markus Jäger, Peter Giacomuzzi, Sieglinde Schauer-Glatz, Maynat Kurbanova, Erika Wimmer – Mazohl, Anna Rottensteiner. Es wird ein Text gelesen von Gerhard Jäger.

Es werden Kunstwerk von Franz Wassermann, Tommy Depp Hammoud, David Prieth, Christian Yeti Beirer präsentiert. Es treten Esin Eraydin und Johann Nikolussi und die Tangoszene Tirol und Peter Jordan auf.

Der Eintritt ist frei.

Im Rahmen der Veranstaltung werden Kunstspenden von Konstantin Wecker, Gerhard Ruiss, Semier Insayif, Plangger Dominik, Franz Wassermann, Paul Fülöp, Christian Yeti Beirer, Timna Brauer zu Gunsten von FLUCHTpunkt Hilfe, Beratung, Intervention für Flüchtlinge und Amnesty International versteigert.
Grußworte werden Stadträtin Elisabeth Mayr und Bischof Hermann Glettler sowie Redebeiträge von FLUCHTpunkt, amnesty international und Mustafa Saidi als Vertreter der afghanischen Geflüchteten, die im Oktober die Mahnwache der Kampagne #sichersein gegen Abschiebungen nach Afghanistan mitorganisiert haben, halten.

Die Veranstaltung wird bisher von der Stadt Innsbruck, Plattform Asyl FÜR Menschenrechte, Caritas Tirol, Initiative Minderheiten, ZeMiT, Amnesty International, 8tung Kultur, IG österreichischer Autorinnen und Autoren Österreich und IG Autorinnen Autoren Tirol, So Nicht Initiative für eine menschenfreundliche Asylpolitik, YoungCaritas Tirol, und FREIRAD unterstützt.

Vor der Veranstaltung findet um 17 Uhr am Franziskanerplatz eine Mahnwache von Pax Christi statt, zu der wir ebenfalls freundschaftlich aufrufen. Der Weg vom Franziskanerplatz zum Haus der Musik kann gemeinsam gegangen werden – als zusätzliches Zeichen für den Erhalt und die Verwirklichung der Menschenrechte – jetzt!

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