09.11.: Internationaler Tag gegen Faschismus und Antisemitismus

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Anlässlich des internationalen Tags gegen Faschismus und Antisemitismus am 09.11. hört ihr einige Stunden Sonderprogramm zu den Themen: Faschismus, Rassismus, Rechtsextremismus Nationalsozialismus und Antisemitismus.

8.30 bis 10.00

Das Verhältnis von Neoliberalismus und Rechtsextremismus, der erneute Aufstieg der FPÖ und wie er sich aufhalten ließe

Podiumsdiskussion im Rahmen des Neoliberalismus 2011-Symposiums im Juni 2011

Vorträge: Christina Kaindl (Diplom-Psychologin und Politikwissenschaftlerin, Rosa Luxemburg Stiftung / Berlin), Felix Wiegand (Diplomand am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien, Aktivist der Gruppe Perspektiven / Wien). Es diskutieren weiters: Ines Aftenberger (Historikerin und Aktivistin, Mayday 2000 / Graz), Joachim Hainzl (Sozialpädagoge und Sozialhistoriker, Xenos / Graz)
Im ersten Vortrag des Abends wird Christina Kaindl erläutern, was Neoliberalismus und Rechtsextremismus miteinander zu tun haben. Daran inhaltlich anschließend wird Felix Wiegand analysieren, mit welchen Strategien die FPÖ versucht, von der Wirtschaftskrise und deren Folgen zu profitieren und ihren Aufstieg zu beschleunigen.
Danach wollen wir diskutieren, in welche Richtung sich Politik und Gesellschaft entwickeln könnten, sollten rechtsextreme Parteien weiter erstarken. Wie autoritär könnte in den nächsten Jahren und Jahrzehnten regiert werden? Droht uns gar ein neuer Faschismus?
Welche Herausforderungen ergeben sich aus den gegenwärtigen Entwicklungen für emanzipatorische Kräfte? Wie können wir dem Aufstieg der FPÖ erfolgreich entgegenwirken?

von Radio Helsinki übernommen

11:06 bis 13:00

Erich Mühsam

Das umfangreiche Werk des deutsch-jüdischen Anarchisten und Kabarettisten, Revolutionär und Publizisten Erich Mühsam soll hier nun gewürdigt werden.In einer Kombination aus Lesung und Konzert hören wir nun Texte des 1878 in Berlin geborenen Agitators und Kommunisten. Der Autor und Übersetzer Harry Rowohlt und der Publizisten, Ex-Grünen und langjährigen konkret-Autor Thomas Ebermann lesen aus Mühsams umfangreicher Textsammlung vor. Daneben werden Frank Spilker (Die Sterne), Knarf Rellöm und Manuel Schwiers (School of Zuversicht) Gedichte von Mühsam Live vortragen und vertonen – das Gesamtwerk des 1934 im Konzentrationslager Oranienburg hingerichteten Mühsam wird so zwar nicht vollständig abgebildet, aber doch hinreichend in die Gegenwart übertragen werden.

Originalbeitrag von dschungelfunk auf Radio Corax, Halle

Im Anschluss gibt es einige Lieder des Tiroler Musikers Thomas Patscheider aus der CD „Patscheider singt Mühsam“

13:36 bis 13:53

Interview mit dem Zeitzeugen Abraham Gafni (geboren 1928 in Tirol)

Interview mit dem Zeitzeugen der Pogromnacht 1938 Abraham Gafni (geboren 1928 in Tirol), das uns freundlicherweise von Pilgerfilm Innsbruck zur Verfügung gestellt wurde. Das Interview wurde im Rahmen der Dreharbeiten zum Dokudrama „Zersplitterte Nacht – Die Rekonstruktion der Innsbrucker Pogromnacht 1938“ geführt. <br>
Weitere Informationen zum Film und zum Projekt unter: www.avgproduktion.com

13:53 bis 16:06

Der Persmanhof befindet sich im kärntner Zelezna Kapla/Bad Eisenkappel. Im Zweiten Weltkrieg unterstützte die Bauersfamilie Sadovnik die kärntner slowenischen Partisan_innen. Am 25. April 1945 verübte eine SS- und Polizeieinheit ein Massaker an der Großfamilie.

Eine Gruppe von Menschen verbrachte im Sommer 2011 eine Woche in der Region, um der Geschichte des antifaschistischen Widerstands einerseits und den Quellen deutschnationaler Mythenbildung nachzuspüren. Ein Ergebnis davon ist diese rund zweistündige Audioproduktion.

Originalproduktion vom Pia Partizan und dem Rest der Bande auf Radio Orange https://partizani.diebin.at/

17:00 bis 18:00

Der niederländische Architekturhistoriker Robert Jan van Pelt referierte am Archiv für Baukunst der Universität Innsbruck über seine Rolle im Irving-Prozess. Als Sachverständiger hatte er dabei die schwere Aufgabe, die Existenz von Gaskammern in Auschwitz und dieErmordung von über einer Million Juden zu beweisen. Was bis 1988 als gesicherte Fakten galt, wurde im David-Irving-Prozess erneut in Frage gestellt: Wofür diente die Errichtung des Lagers in Auschwitz? Gab es dort wirklich Gaskammern und Vergasungen? Wie konnten Menschen mit Zyklon B ermordet werden? Ist Auschwitz das „tödlichste Vernichtungslager“ während der Zeit des Nationalsozialismus?

Jan van Pelt studierte Kunstgeschichte und Architektur, lehrt Architektur an der University of Waterloo in Kanada. Er ist Beirat im Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien und befasst sich intensiv mit der Baugeschichte von Auschwitz. Jan van Pelt verfasste bereits viele Publikationen über den Holocaust, z.B. einen Sammelband über NS-Massentötung durch Giftgas oder eine Darstellung über Einrichtungen und Krankenanstalten im Dritten Reich. 1996 rief ihn das Team der Verteidigung von Deborah Lipstadt als „Expert itness“ zum Irving-Prozess.

Der Vortrag wurde im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung des Rennerinstitutes, dem Institut für Zeitgeschichte und dem Institut für Baukunst der Universität Innsbruck und der Grünen Bildungswerkstatt Tirol gehalten.

Die Musik stammt aus den Alben „A Yiddische Mame“ und „Voices for Peace“.

Wiederholung der Sendung der Grünen Bildungswerkstatt vom 09.06.2011.

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