kinovi[sie]on – the ballad of genesis and lady Jaye

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kinovi[sie]on präsentiert am 8. Mai Marie die mehrfach ausgezeichnete queere Dokumentation THE BALLAD OF GENESIS AND LADY JAYE

Regie: Marie Losier

Dienstag, 8 Mai, 19.30 Uhr
Leokino, Anichstraße 36, Innsbruck

„Boy meets girl“ einmal radikal anders: Der britische Performance-Künstler und Pionier der Industrial Music, Genesis P-Orridge, Schlüsselfigur des Undergrounds seit den 1970er Jahren, Bindeglied zwischen Prä- und Postpunk-Ära, bekannt durch COUM Transmissions (1969-1976), Throbbing Gristle (1975-1981) und Psychic TV (1981 bis heute), begegnete in New York nach einer drogenschweren Nacht Lady Jaye alias Jacqueline Breyer, womit eine der ungewöhnlichsten Liebesgeschichten ihren Anfang nahm. Der Wunsch, eins zu werden, bringt Genesis und Lady Jaye mit der Zeit so weit, die Grenzen ihrer Körper zu überschreiten und durch Kleidung, Styling und Operationen ein „pandrogynes Drittes“ hervorzubringen, das eine Mischung beider darstellt. Das Kunst-, Lebens- und Liebesprojekt „Breyer-P-Orridge“ fand nach 15 Jahren durch den plötzlichen Tod von Lady Jaye ein Ende oder doch nicht?

Die französische Filmemacherin Marie Losier begleitete das ungewöhnliche Künstler_innen- und Liebespaar über mehrere Jahre hinweg mit ihrer Kamera und dokumentierte Konzerte, Performances, Gespräche in der Küche, … Genesis P-Orridge stellte sein eigenes umfangreiches Archiv zur Verfügung. So entstand ein intimes, zugleich verspieltes Portrait zweier Menschen, die im Leben und Schaffen an ihre Grenzen gehen. Marie Losiers „dokumentarische Collage ist keine angestrengte Analyse von Geschlechteridentitäten, keine klassische Musikdokumentation, keine Freakshow. Die Regisseurin kommt den beiden Menschen, die sie portraitiert, spürbar nahe. Über die eigenwillige Form zieht sie den Zuschauer (sic) mit in eine praktizierte Einheit von Kunst und Leben: Found Footage wird kompiliert mit reinszenierten Passagen, unterschiedliches Filmmaterial trifft auf eine bruchbetonte Montage, das rhythmische Pulsieren der Musik wird in filmische Strukturen übersetzt. Vielleicht ist das der eine Weg, diese ‚größte Liebesgeschichte aller Zeiten’ [‚greatest love story of all time’] zu erzählen“, so die Begründung der Caligari Filmpreis-Jury.

Marie Losier konnte auf der Berlinale auch die Herzen der international besetzten Jury des Teddy Awards erobern: „THE BALLAD OF GENESIS AND LADY JAY ist eine Liebesgeschichte und ein Portrait zweier Leben, die die transformativen Kräfte von Liebe und Kunst illustrieren. […] Der Film dokumentiert eine wahrlich neue Form von romantischem Bewusstsein, einer die mit Trotz der täglichen Dehumanisierung des Körpers durch Werbung und Pornographie entgegen tritt.“ (Jurybegründung)

Auszeichnungen (Auswahl): Teddy Award & Caligari Filmpreis – Forum, Berlinale 2011;

USA / F 2011; Regie, Drehbuch, Kamera, Schnitt, Ton: Marie Losier; Musik: Genesis Breyer P-Orridge, Psychic TV; Mitwirkende: Genesis Breyer P-Orridge, Lady Jaye Breyer P-Orridge, Big Boy (Breyer P-Orridge), Peaches, u.a.m.; (DCP; 1:1,33; Farbe; 75 min; englische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).

In Kooperation mit: Renner Institut und Institut für Amerikastudien der Universität Innsbruck.

Ausführlichere Infos: www.kinovisieon.at

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