9. Tagung der PSYCHtransKULTag Tirol zum Nachhören

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THERAPIE. MACHT. SPRACHE. im Kontext von Migration und Flucht

Die Bedeutung und auch die Machtdimensionen von Sprache werden in der psychotherapeutischen, psychiatrischen und psychosozialen Arbeit mit Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte besonders deutlich. Nicht nur unterscheiden sich dabei oft die Muttersprachen von KlientInnen und BeraterInnen/TherapeutInnen, es treffen auch Mehrheitssprache und Minderheitensprachen aufeinander, die einen unterschiedlichen Zugang zu Ressourcen und zu gesellschaftlicher Anerkennung bedingen. Zugleich geht das
Sprechen in der Therapie über die Funktion des Austauschs von Information hinaus, insofern es eine therapeutische und diagnostische Funktion erhält und somit „Heilinstrument“, aber vielleicht auch „Machtinstrument“ wird.

Im Rahmen der Tagung entwickeln wir den Themenkomplex THERAPIE. MACHT. SPRACHE. aus den Perspektiven der Sprachwissenschaft, der Translationswissenschaft und Dolmetschpraxis, der Ethnopsychoanalyse und der Literatur. Im Rahmen von zwei moderierten Podiumsgesprächen mit ExpertInnen gestalten wir den Transfer in die Praxis und fokussieren unterschiedliche Schwerpunkte: SPRACHE. MACHT. DIAGNOSTIK. und DOLMETSCH. MACHT. SPRACHE.

REFERENTiNNEN:

  • Brigitta Busch
    Professorin für Angewandte Sprachwissenschaft und Diskursanalyse, seit 2012 Berta-Karlik-Professur, seit 2006 Forschungs- und Lehrtätigkeit an der Universität Klagenfurt und der University of Cape Town.
  • Mascha Dabić
    Übersetzerin und Dolmetscherin, Lehrende an den Universitäten Innsbruck und Wien, langjährige Erfahrung als Dolmetscherin in der Psychotherapie bei „Ankyra“ und „Hemayat“, journalistische Auseinandersetzung mit den Phänomenen Migration und Integration bei derStandard.at.
  • Antje Krueger
    Antje Krueger ist Kulturwissenschaftlerin und hat eine Vertretungsprofessur für
    Empirische Sozialforschung an der Hochschule Bremen; Publikation: Flucht-Räume. Neue Ansätze in der Betreuung von psychische belasteten Asylsuchenden, 2013.
  • Julya Rabinowich
    Autorin, zahlreiche Auszeichnungen und Preise, für ihren Debütroman Spaltkopf erhielt sie u.a. den Rauriser Literaturpreis, Malerin, Studium an der Universität für Angewandte Kunst in Wien, Schwerpunkt Malerei und Philosophie, Dolmetscherin, Arbeit als Dolmetscherin in der Psychotherapie mit Flüchtlingen.

PODIUMSGESPRÄCHE mit den REFERENTiNNEN und lokalen EXPERTiNNEN:

  • Michaela Ralser
    Dekanin des Instituts für Erziehungswissenschaften in Innsbruck, Psychtherapeutin im Zentrum für interkulturelle Psychotherapie „Ankyra“ (Diakonie Flüchtlingsdienst), Feministin und Aktivistin in der Arbeit mit Flüchtlingen.
  • Roland Winter
    Roland Winter ist Oberarzt in einer psychiatrischen Abteilung des LKH Hall und Vorsitzender der Gutachterkommission der Gesellschaft für Psychotherapeutische Versorgung Tirols.
  • Gabriele Mantl
    Gabriele Mantl ist Leiterin des Zentrums für interkulturelle Psychotherapie „Ankyra“ (Diakonie Flüchtlingsdienst).
  • Matthias B. Lauer
    Soziologe und Patientenanwalt in der Psychiatrischen Abteilung im LKH Hall.
  • SAUERSTOFF – Benedikt Sauer
    Benedikt Sauer, freier Journalist und Buchautor schreibt jeden Montag die Kolumne ‚Sauerstoff‘ in der Tiroler Tageszeitung.

MODERATORiNNEN
Jens Tönnemann, Verena Schlichtmeier

Die PSYCHtrasKULTag Tirol  ist eine Vernetzung von Einrichtungen und Personen mit dem Ziel der Verbesserung der psychosozialen, psychotherapeutischen und psychiatrischen Versorgung von Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte.
Organisiert durch Diakonie Flüchtlingsdienst (Ankyra), Dowas für Frauen, Haus der Begegnung, Tiroler Frauenhaus und Einzelpersonen.-

ZU HÖREN AUF FREIRAD 105.9:
von 28.01.13-02.01.14: Jeden Donnerstag um 16:06 Uhr

Die Tagung fand am 10. Oktober 2013 im Haus der Begegnung statt und können hier nachgehört werden.

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