Zwischen Zwang und Selbstbestimmung. Aus- und Berufsbildung in den Lebenswelten von Jugendlichen

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Am 13. Mai 2014 fand im Festsaal des BFI Tirol in Innsbruck die Abschlussveranstaltung des  Projekts PerspektivenBildung Österreich statt. Das Projekt wurde vom Europäischen Sozialfonds und vom BMBF finanziert und von den Partnern ZSI (Wien), dem Institut für Erziehungswissenschaft, ZeMiT, der Unternehmensberatung Hafelekar und dem BFI Tirol durchgeführt.
Die vom Bildungsministerium und vom Europäischen Sozialfonds geförderten „Perspektiven Bildung Österreich“ sollen vor allem Jugendliche der zweiten Zuwanderergeneration bei der Bildungs- und Berufswahl unterstützen. Zentrales Ziel ist die Erforschung von jugendlichen Lebens- und Lernwelten, um darauf aufbauend passgenaue neue Lernformate für die Aus- und Weiterbildung von Jugendlichen entwickeln zu können.
Moderation der Veranstaltung: Maria A. Wolf (Institut für Erziehungswissenschaft, Univ. Innsbruck)
Aufnahme der Tagung, Bearbeitung, Aufbereitung und Moderation der Sendungen: Sónia Melo.

Perspektivenbildung Österreich
Programm der Tagung vom 13. Mai

Abschließende Zusammenfassung von Evelyn Troppmair (BFI) mit Tagungsdoku
Nachhören der Tagung
BFI Tirol

Programm auf FREIRAD:

Montag, 23.06., 13:06-14:15 Uhr
Teil 1:
1) Begrüßung und Einführung Maria A. Wolf (Institut für Erziehungswissenschaft, Univ. Innsbruck)
2) Vortrag von Claire Oetting (Hafelekar Unternehmensberatung): „„Ich mache mein Ding.“ Lernszenarien zur Stärkung der Handlungskompetenz und der Resilienz von Jugendlichen.
Im Rahmen von „Perspektiven Bildung Österreich“ wurden neue methodische Ansätze in der Bildungs- und Berufsberatung entwickelt und in Form von „Train the Trainer“ – Workshops verbreitet. Dabei wurden Lernszenarien entwickelt, die auf der Symbolarbeit, der Theaterpädagogik sowie auf dem Einsatz von Social Media im Unterricht basieren. Die Jugendlichen werden umfangreich dabei unterstützt, im Bildungssystem und am Arbeitsmarkt einen konstruktiven Beitrag leisten zu können.
3) Vortrag von August Gächter, Caroline Manahl, Juliet Tschank (ZSI, Wien): „Unterschiede in der Ausbildungsbeteiligung“.
Die Analyse der Mikrozensusdaten 2008 bis 2013 zeigt, dass bei gleichen familiären Voraussetzungen und gleichen Lebensumständen die staatliche Herkunft keinen nennenswerten Einfluss auf die Ausbildungsbeteiligung der 15 bis 19 Jährigen hat. Es gibt aber Unterschiede bei der Art der Ausbildung: Jugendliche aus Familien aus der Türkei sind häufiger in AHS und BHS, Familien aus Serbien und Bosnien häufiger in Lehre und Fachschule.

Dienstag, 24.06., 13:06-14:00 Uhr
Teil 2:
Vortrag von Gerhard Hetfleisch, Ulrike Csisinko, Christina Hollomey-Gasser,
Julia Tschuggnall und Johannes Prosser (ZEMIT, Innsbruck): „Jugendliche am zweiten Bildungsweg in Österreich. Habitualisierte Entwürfe von Ausbildung und Beruf“.
Das Team des ZeMiT präsentiert Bildungstypen von Jugendlichen am Übergang von Pflichtschule zu weiterführender Bildung und Beruf. Die Bildungstypen sind das Ergebnis der qualitativen Analyse von Lebens- und Bildungsrealitäten 92 Jugendlicher, welche an insgesamt 13 Gruppenwerkstätten in Tirol, Oberösterreich und Wien teilgenommen haben. Sie beschreiben die Bildungspraxen der Jugendlichen im Zusammenspiel mit habituellen Mustern, sozialen Lagen und den Spielregeln, welche im Feld „zweiter Bildungsweg“ gelten, und nehmen strukturelle Beschränkungen oder Möglichkeitsräume in den Blick. Bildung bedeutet für einige Jugendliche ein Mittel, soziale Respektabilität zu erreichen, für andere, ihren respektablen Lebensstandard abzusichern, während wieder andere nach einem individualisierten und autonomen Lebensstandard streben oder Bildung in ihrer derzeitigen Lebenslage für nicht relevant erachten. Der Faktor Migration spielt dabei eine zentrale Rolle, er manifestiert und multipliziert Ungleichheiten aber auf sehr subtile Weise.

Mittwoch, 25.06., 13:06-14:30 Uhr
Teil 3:

1) Vortrag von Erol Yildiz (Institut für Erziehungswissenschaft, Universität Innsbruck): „Zur Relevanz einer diversitätsorientierten Bildung“.
Der Vortrag greift die Forschungsergebnisse der vorliegenden Studie auf und diskutiert ihre Relevanz für zukünftige Forschungen und politische und institutionelle Neuerungen in der Bildungslandschaft. Es zeigt sich, nicht Kinder und Jugendliche sind die Ursache der Bildungsmisere, sondern das nationale Selbstverständnis der Bildungsinstitutionen und die nicht reflektierten institutionellen Diskriminierungsformen.
2) Abschließende Diskussion mit den Referent_innen

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