3. Dezember – Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung

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Der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember jedes Jahres ist ein von den Vereinten Nationen ausgerufener Gedenk- und Aktionstag, der das Bewusstsein der Öffentlichkeit für die Probleme von Menschen mit Behinderung wachhalten und den Einsatz für die Würde, Rechte und das Wohlergehen dieser Menschen fördern soll.

Freirad bringt dazu eine Reihe von Sondersendungen.

 

Sendungsüberblick:

08:30 bis 09:00
Exklusivinterview mit Behindertenanwalt Dr. Erwin Buchinger
Am 15. Oktober 2014 gab der Anwalt für die Gleichbehandlungsfragen für Menschen mit Behinderung, wie der offizielle Titel des Bundesbehindertenanwalts Dr. Erwin Buchinger lautet, Pepo Meia ein Exklusivinterview. Im ausführlichen Gespräch in lockerer Atmosphäre wurden u.a. folgende Themen angesprochen:
Zugangserweiterung zur neuen Regelung der §29b-Parkausweise
Zugangserschwernisse für Landesleistungen u.a. Zuschüsse für Autoumbauten
Haben Gebietskörperschaften „Narrenfreiheit“? (Kürzungen im Behindertenbereich z.B. bei den Gebietskrankenkassen werden offiziell negiert, da diese nur Richtlinien sind)
Scharfe Kritik übt Buchinger an der Vorgangsweise von Sozialminister Hundstorfer bezüglich der angedachten Pflegegelderhöhung ab 2016 und des erschwerten Zgangs zu den Pflegestufen 1 und 2.

Redakteure: David Hermann-Meng, Pepo Meia (Smiler – Das Magazin)
Erstausstrahlung: 16.10.2014, orange 94.0
nachhören: cba.fro.at/271250

09:00 bis 10:00
Von Barrieren und Grenzgänger_innen – Behinderung und Dritte Welt
Auf der Welt leben rund eine Milliarde Menschen mit einer Behinderung, 80 % von ihnen im Globalen Süden. Der Süd-Nord-Funk widmet sich ihren Lebenswelten und wirft die Frage auf, welche Strukturen und Ideologien Menschen zu ‚Behinderten‘ machen.

Redakteurin: Katrin, Süd-Nord-Funk
Produktionsdatum: 12.10.2014, Radio Dreyeckland Freiburg

12:00 bis 13:00
Barrierefreiheit – Teil 1
Das seit 1. Jänner 2006 geltende Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz (BGStG) hat das Ziel, Menschen mit Behinderungen die gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu ermöglichen. Dazu zählt insbesondere der gleichberechtigte Zugang zu öffentlich verfügbaren Dienstleistungen, der durch bauliche Barrieren oftmals nur eingeschränkt oder gar nicht möglich ist.
Bauliche Barrieren fallen laut Gesetz grundsätzlich unter den Tatbestand der Diskriminierung und müssen beseitigt werden, es sei denn ihre Beseitigung hätte unverhältnismäßig hohe Belastungen zur Folge.
Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen sieht in Art. 33 Abs. 2 vor, dass die Vertragsstaaten innerstaatliche Mechanismen zur Überwachung der Umsetzung einrichten. Neben dem Bundes-Monitoringausschuss, der bereits seit Jahren Gesetzgebung und Vollziehung des Bundes überwacht, gibt es für den Kompetenzbereich der Bundeshauptstadt die Wiener Monitoringstelle. Diese hat ihre Empfehlungen zum Etappenplan für den Abbau baulicher Barrieren in der Stadt Wien veröffentlicht: Besonders problematisch erscheinen dabei die viel zu langen Übergangsfristen: Die Stadt Wien plant, ihre öffentlich zugänglichen Amtsgebäude bis zum Jahr 2042 barrierefrei umzubauen. Diese Übergangsfrist ist nach Ansicht der Wiener Monitoringstelle viel zu lang. Als Ansatzpunkt für eine angemessene Frist könnten die Übergangsfristen nach dem Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz herangezogen werden, die eine barrierefreie Umgestaltung bis 31. Dezember 2015 bzw. 31. Dezember 2019 vorsehen, formuliert es die Monitoringstelle in ihren Empfehlungen zum Etappenplan.

Redakteur: Dr. Bernd Schweeger (OpenUp)
Erstausstrahlung: 03.04.2014, orange 94.0
nachhören: cba.fro.at/256936

13:06 bis 14:00
Barrierefreiheit – Teil 2
Barrieren werden ja gerne errichtet, wenn es darum geht, Menschen auszugrenzen, zu diskriminieren, einfach, weil sie nicht unseren jeweiligen Vorstellungen vom sogenannten „Normalsein“ entsprechen. Am ehesten assoziiert mit Barrieren wird der Bereich der Behinderungen. Es betrifft aber auch Bereiche wie Migration, sexuelle Orientierung, Armut, Bildung oder ältere Menschen, um nur einige zu nennen.
Im 2. Teil unserer „Miniserie Barrierefreiheit“ werden zwei Bereiche näher betrachtet:
1) wie gehen Menschen mit Behinderungen mit Barrieren um?
und 2) Barrieren/ Barrierefreiheit/ Zugänglichkeit im Bildungsbereich.

Menschen mit Behinderungen stehen oft vor unlösbaren Problemen, wenn es Barrieren auf ihrem Weg, egal wohin, gibt. So können etwa eine Stufe vor einem Geschäft oder eine nicht barrierefreie Webseite die Teilhabe am Leben verhindern. Während bauliche Barrieren relativ schnell beseitigt werden können, ist es mit der Auflösung der Barrieren in den Köpfen der Menschen viel
schwerer, gilt es doch Einstellungen und Haltungen zu verändern.
Der Bildungsbereich bzw. die Schule erscheint vielen als DER Bereich, in dem eine barrierefreie und des weiteren inklusive Lebenseinstellung verinnerlicht werden könnte…wäre da nicht das österreichische Schulsystem, welches traditionell ein selektives System ist. Zahlreiche Barrieren, auch parteipolitisch und gesellschaftlich, lassen sich hier nicht gerne beseitigen.
Schließlich stellt Daniele Marano den Begriff „Barrierefreiheit“ infrage und schlägt stattdessen den Begriff „Zugänglichkeit“ vor.
Interviewpartner_innen:
Cornelia Scheuer, Verein Bizeps, Beraterin für gestalterische und bauliche Barrierefreiheit
Daniele Marano, Hilfsgemsinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreich
Rainer Grubich, Büro für inklusive Bildung an der Pädagogischen Hochschule Wien (BIP)

Redakteurin: Christa Reitermayr (OpenUp)
Erstausstrahlung: 19.11.2014, orange 94.0
nachhören: cba.fro.at/273908936

weiterführende Links:
Verein Bizeps: www.bizeps.at
Hilfsgemsinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreich: www.hilfsgemeinschaft.at
Büro für inklusive Bildung an der Pädagogischen Hochschule Wien: www.phwien.ac.at

14:00 bis 15:00
Meine Füsse sind meine Hände
Eine Begegnung mit der Fußkeyboarderin Liz Müller, die Ende der 70er Jahre ohne Arme in Linz zur Welt gekommen ist. Liz Müller (Elisabeth Simlinger) lebt mit ihrem Mann und ihrer fünfjährigen Tochter in Enns. Sie hat es trotz ihrer Behinderung immer wieder geschafft, sich Träume zu erfüllen: einen Beruf zu erlernen und auszuüben, eine Familie zu gründen, als Musikerin sehr erfolgreich mit ihrem Keyboard aufzutreten und an verschiedenen musikalischen Projekten teilzunehmen.
Von ihrer Geburt an hat sie gelernt, mit den Füßen zu „arbeiten“, um damit ihr Leben so unabhängig wie möglich zu meistern und zu gestalten.
Liz Müller erzählt in dieser Sendung aus ihrer bisherigen Biographie und spricht über ihre musikalischen Erfolge und Pläne. Die Begegnung mit Liz Müller ist frei von Voyeurismus, vielmehr soll das Gespräch mit dieser starken Frau ein positiver Zuspruch für alle Menschen sein, die vielleicht ob ihrer Probleme manchmal mutlos sind.

www.lizmueller.at

Redakteur: Karl Heinz Heimberger (Begegnungen)
Erstausstrahlung: 13.11.2014, orange 94.0
nachhören: cba.fro.at/272983

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