10. Dezember: Internationaler Tag der Menschenrechte

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„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.” Mit diesen Worten beginnt die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, verabschiedet vor genau 66 Jahren am 10.12.1948 von den Vereinten Nationen. Seitdem ist der 10. Dezember der Internationale Tag der Menschenrechte.

Auch in diesem Jahr wird dazu die INITIATIVE BLEIBERECHT, ein Zusammenschluss von 32 Innsbrucker Organisationen, die für die Rechte von Flüchtlingen eintreten, hierzu Aktionen durchführen:

11:00 bis 18:00 Uhr, Innsbruck, Maria-Theresien-Straße, Annasäule:
Informationsstand zum TAG DER MENSCHENRECHTE

  • Gedenken an die Todesopfer des EU-Grenzregimes an den Aussengrenzen Europas.
  • Aktion: „Freie Fahrt über den Brenner! Rückschiebungen nach Italien stoppen!“
  • „Silent Drama“: Theaterprojekt von Kunstkollektiv ARTerie und AktivistInnen der Flüchtlingsselbstorganisation FREEDOM SEEKERS zur Situation von Menschen auf der Flucht und von geflüchteten Menschen in Österreich (mehrmals während der Aktion).

18:00 Uhr, Innsbruck, Leokino:
Sondervorführung des neu angelaufenen Spielfilms „Macondo“ über tschetschenische Flüchtlinge in Wien zum TAG DER MENSCHENRECHTE. Anschließend Diskussion mit Asylwerber_innen und Unterstützer_innen und Buffet vom Integrationshaus.
Eintritt: 4.- €.

20:30 Uhr, Innsbruck, Aula der SOWI, Universitätsstraße 15:
Podiumsdiskussion: Krieg und Revolution in Kurdistan
mit Thomas Schmidinger (Politologe, Kultur- und Sozialanthropologe, Uni Wien bzw. FH Vorarlberg, Generalsekretär der Österr. Gesellschaft zur Förderung der Kurdologie/Europäisches Zentrum für kurdische Studien, Vorstandsmitglied der in Kurdistan aktiven Hilfsorganisation LeEZA), Gamze Eren (Sprecherin von HAWAR, kurdisches Volkshaus Innsbruck) und Nora Kizilhan (Mala Ezidian, Sprecherin von Kompetenz Berlin e.V.)

Freirad bringt eine Reihe von Sondersendungen:

08:30 bis 09:00 Uhr
Menschenwürde
Josef Schicho bringt Informationen über Situation und Sicht der Menschenrechte in den USA und was wir daraus lernen könnten.
Redakteur: Josef Schicho, 30 Minuten Philosophie
Freies Radio Freistadt, 12.8.2014
nachhören: cba.fro.at/270272

11:06 bis 12:00 Uhr
Wachstum, Krise in Europa und Menschenrechte
Ein Vortrag von Ursula Engelen-Kefer im Rahmen der Reihe „Menschenrechte. Recht auf Arbeit in Europa?“ von SOS-Menschenrechte im Wissensturm Linz am 6. Oktober 2014.
Für die Erfüllung der Menschenrechte sind die sozialstaatlichen Systeme in Europa bei unterschiedlichen Ausprägungen von entscheidender Bedeutung. Allerdings befinden sie sich in einem Paradigmenwechsel mit einer Spirale nach unten. Zwar war das Wirtschaftswachstum immer eine entscheidende Grundlage auch und gerade für sozialsaatliche Einrichtungen und Leistungen. Gleichzeitig spielte jedoch auch die Verteilung von Einkommen, Vermögen, Sozialer Sicherheit sowie Bildungs-,Arbeits- und Lebenschancen und damit wesentliche Menschenrechte eine bedeutende Rolle.
Redakteur: Manuel Dicketmüller, Kultur & Bildung spezial
Radio FRO, Linz, 10.10.2014
nachhören: cba.fro.at/271012

12:00 bis 13:00 Uhr
Die syrischen Flüchtlinge und ihre Forderungen
Im Kulturgespräch für den Monat November werden Flüchtlinge aus dem Götzener-Heim sowie das neugegründete Solidaritätskommittee präsentiert. Die Gäste Yeman, Nashaat, Ziad stellen die Katastrophe der Flucht aus Syrien bildhaft dar. Yeman, der aus der Stadt Homs in Mittelsyrien vor einem halben Jahr floh, ist ein ausgebildeter Innenarchiteckt. Nashat, ein syrischer Kurde aus der Stadt Qameshli an der Grenzen zum Irak, war ein „chef eines Gastronomiebetriebes“. Ziad, ein Palästinenser der 3. Generation, ist von Geburt an ein Fluchtling, und er startete die Flucht aus der Stadt Daraa an der Grenze Jordanien vor einem halben Jahr.
Der Politiker Mesut Onai schildert den Hintergrund der Entstehung eines Solidaritätskommittes mit dem Ziel, den Flüchtingen weitgehend zu helfen. Ahmed Salam, der vor 4 Jahren als Flüchtling aus dem Irak in Innsbruck ein neues Zuhause fand, übersetzt ins Deutsche – und mit seiner Übersetzung wird die Problematik der Verständigung, die die Flüchtlinge dringed bräuchten, klarer gezeigt.
Redakteur: Adel El Sayed, Kulturgespräche
FREIRAD, 25.11.2014

13:36 bis 14:00 Uhr
1.Zwangsentnommene Körperteile chinesischer Gefangener… – Tausende Ermordete im Jahr!?
Die Zwangsentnahme von Spenderorganen bei chinesischen Gefangenen, eine vor Jahren aufgedeckte skandalöse tausendfache Praxis, sollte nach den Versprechungen der chinesischen Regierung längst der Vergangenheit angehören, auch wir haben uns da vorschnell gefreut. Doch – an ihren Taten sollt Ihr sie erkennen: Weiterhin können gutbetuchte Weltbürger_innen mit den entsprechenden Adressen weltweit chinesische Spenderorgane dubioser Herkunft ordern. Wir fragten den Chinaexperten der Gesellschaft für bedrohte Völker, Ulrich Delius, wieviel man für die Körperorgane der chinesischen Gefangenen denn ausgeben muss…
Andrasch Neunert, Radio Lora München (5.12.2014)
2.Menschenrechte in Venezuela im Spiegel der Medien

Amnesty International kritisierte in einem Bericht im Februar 2014 die eingeschränkte Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit in Venezuela. Die Soziologin Vicmar Morillo Gil hingegen sagt, dass die Meinungs- und Versammlungsfreiheit in Venezuela respektiert wird. Auch die Politikwissenschaftlerin Leticia Hillenbrand stellt fest, dass die Darstellung von Amnesty nicht der Realität entspricht. Radio Corax fragte Teilnehmende der Internationalen Venezuelatage in Halle, welche Rolle die mediale Berichterstattung bei der Einschätzung der Menschenrechtslage in Venezuela spielt?
tagesaktuelle Redaktion, Radio Corax, Halle, 21.10.2014
3.Südafrika: Die Witwen von Marikana kämpfen für Gerechtigkeit und Wiedergutmachung.

Die Khulumani Support Group wurde 1995 von Frauen ins Leben gerufen, die Opfer und Überlebende von Menschenrechtsverletzungen während der Apartheid waren. Die Basisbewegung Khulumani setzte sich insbesondere für alle diejenigen ein, die nicht von der damaligen Wahrheits- und Versöhnungskommission gehört wurden und dennoch Anspruch auf Gerechtigkeit und Wiedergutmachung gelten gemacht haben. Genau darin sieht Khulumani auch seine jetzige Rolle bei der Aufarbeitung des Massakers von Marikana: So hat Khulumani es geschafft, dass die Hinterbliebenen der Bergarbeiter, die in Marikana 2012 umgebracht worden sind, der Untersuchungskommission in Rustenburg beiwohnen konnten. Bei einem Protest waren im August 2012 112 Bergarbeiter zusammengeschossen worden, 34 starben. Radio Dreyeckland sprach mit Normarussia Bonase von der Khulumani Support Group. Sie unterstützt die Angehörigen und Witwen der ermordeten Bergarbeiter.
Südnordfunk, Radio Dreyeckland Freiburg, 4.11.2014

14:00 bis 15:00 Uhr
Amnesty informiert: Rechtlosigkeit, Kriegsverbrechen und Milizenherrschaft im Irak
Seit Jahren wird das Leben der Menschen im Irak von inneren Spannungen, Gewaltakten und Anschlägen überschattet. Im Nordwesten des Irak hat die Gruppe „Islamischer Staat“ weite Teile des Landes erobert. Im Rest des Landes sind schiitische Milizen zum dominierenden Faktor geworden. Wir stellen zwei Amnesty-Berichte zur aktuellen Lage vor.
Der Bericht „Ethnic Cleansings on a historic scale. The Islamic State´s systematic targeting of ethnic minorities in northern Iraq“ befasst sich mit dem Vorgehen der dschihadistischen, sunnitischen Miliz „Islamischer Staat“ gegen ethnische und religiöse Minderheiten im nördlichen Irak. Ein besonderer Schwerpunkt ist dem Schicksal der Jesiden im Distrikt Sindschar gewidmet.
Der Bericht „Absolute Impunity. Miliita rule in Iraq“ wiederum handelt von den Aktivitäten der schiitischen Milizen in den von ihnen kontrollierten Gebieten. Auch dort kommt es zu schwersten Übergriffen auf Angehörige anderer Bevölkerungsgruppen, hier insbesondere auf Sunniten. Aufgrund der Schwäche des irakischen Staates sowie der damit verbundenen allgemeinen Atmosphäre der Rechtlosigkeit können diese Taten offenbar straflos begangen werden.
Redakteur: Martin Walther, Amnesty informiert
Radio FRO, Linz, 10.11.2014
nachhören: cba.fro.at/273539

17:00 bis 18:00 Uhr
Die Zeit der Schmetterlinge
Am 25. November wird seit 1999 der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen begangen. Dieser Tag ist zugleich der Auftakt der „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“. In diesen 16 Tagen finden weltweit Aktionen statt, die auf das Recht von Frauen auf ein gewaltfreies Leben aufmerksam machen. Der Internationale Tag der Menschenrechte bildet jeweils den Abschluss dieser 16 Tage.
Die feministische FrauenLesbenVernetzung Tirol veranstaltete in diesem Zusammenhang am 4. Dezember im Freien Theater Innsbruck eine Lesung aus dem Buch „Die Zeit der Schmetterlinge“. Julia Alvarez erzählt darin die Geschichte der Schwestern Mirabal, deren Ermordung durch den Geheimdienst des Diktators Trujillo im Jahr 1960 die Einführung des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen bewirkt hatte.
Stimmen: Katharina Hölbing, Gabi Plattner, Angelika Atzinger, Stefanie Riedling
Musik: Silvia und Raul
FREIRAD, 4.12.2014
nachhören: cba.fro.at/275576

18:30 bis 19:00 Uhr
Auf der Suche nach Freiheit in Tirol – Flüchtlinge ergreifen das Wort
Syrische und irakische Flüchtlinge aus dem Götzner Flüchtlingsheim sind im November in Tirol an die Öffentlichkeit gegangen, um auf die unerträglich langen Wartezeiten bei ihren Asylverfahren aufmerksam zu machen: Mit einer Pressekonferenz und einem Infostand vor dem Tiroler Landesmuseum. Ihr Ziel sind schnellere Asylverfahren, damit sie sich möglichst rasch ein neues Leben aufbauen können und hier arbeiten dürfen. Denn während die Flüchtlinge in Götzens und anderen Heimen in Tirol auf den Beginn ihres Asylverfahrens warten, schweben ihre Angehörigen in Syrien, Irak und anderen Krisenländern in Lebensgefahr. Für manche Angehörige ist es inzwischen jedoch schon zu spät.
Rund 2.000 Menschen suchen derzeit in Tirol um Asyl an. Sie warten oft monatelang auf ihr erstes Gespräch mit Beamten des Bundesamts für Asylwesen. Tirol ist Österreichs Schlusslicht, was die Dauer der Asylverfahren angeht. Syrische und irakische Flüchtlinge sind deshalb im Flüchtlingswohnheim Götzens Anfang 2014 in Hungerstreik getreten, haben diesen aber nach zwei Tagen wieder aufgegeben.
Mit Unterstützung engagierter Einzelpersonen und der Plattform Rechtsberatung haben die Flüchtlinge schließlich eine bessere Möglichkeit gefunden, um auf ihre schwierige Lage aufmerksam zu machen. Von Mitte November bis Anfang Dezember haben sie unter dem Titel „Freedom Seekers“ zweimal wöchentlich ein Informations- und Begegnungszelt vor dem Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum aufgebaut. Dort haben sie mit Passanten, Schulklassen und PolitikerInnen über ihre Flucht gesprochen und öffentlich auf die zu langen Asylverfahren aufmerksam gemacht.
Redakteur: Michael Gams, KulturTon
FREIRAD, 10.12.2014

23:00 bis 24:00 Uhr
Aktueller denn je: Die Trias der Menschenrechte-Soziale Sicherheit, Einkommen und Arbeit
Angesichts der Machtverhältnisse, von denen unsere Wirtschaftsweise und unser System der politischen Regulierung geprägt sind, steht ein Perspektivenwechsel an. Das Menschenrecht auf Soziale Sicherheit ist es, das für die umfassende Perspektive auf eine Gesellschaft, in der allen Teilhabe und Teilnahme garantiert ist, steht. Davon ausgehend kann auch ein Recht auf Arbeit wieder politisch positioniert werden…
Vortrag von Mag.a Margit Appel, Politologin und Leiterin bei der katholischen Sozialakademie, im Rahmen der Reihe „Menschenrechte. Recht auf Arbeit in Europa?“ von SOS-Menschenrechte im Wissensturm Linz am 13. Oktober 2014.
Redakteur: Manuel Dicketmüller, Kultur & Bildung spezial
Radio FRO, Linz, 17.10.2014
nachhören: cba.fro.at/271846

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