18. Dezember: Internationaler Tag der Migrant_innen

FacebookTwitterGoogle+WhatsAppPinterestTumblrEmailEmpfehlen

Im Jahr 2000 hat die UNO den 18. Dezember als den Internationalen Tag der Migrant_innen ausgerufen. Im Artikel 13 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte heißt es: “Jeder hat das Recht, jedes Land, einschließlich seines eigenen, zu verlassen und in sein Land zurückzukehren.” Somit ist Migration ein Menschenrecht. Und trotzdem sind Menschen, die sich dafür entscheiden, nicht in ihrem Geburtsort zu leben, Vorurteilen und Diskriminierungen ausgesetzt.

Freirad bringt dazu heute eine Reihe von Sondersendungen:

08:30 bis 09:00
Südwind: Migration in Europa
Was macht die italienische Insel Lampedusa zum Sinnbild der so genannten Flüchtlingsströme nach Europa? Wieso sind Nigeria und Somalia Schlachtfelder des internationalen Terrorismus geworden und was hat das mit Europa zu tun? Und weshalb heißt es am Brennerpass an der Grenze zu Italien: Freiheit für Waren, aber nicht für Menschen? Ein Bericht über die Global Campus Workshopreihe „Migration in Europa – Politische und gesellschaftliche Hintergründe“ mit Experten wie Gilles Reckinger, Marc Engelhardt und Stephan Blaßnig.
Redakteur: Michael Gams, KulturTon
FREIRAD, 4.12.2014
nachhören: cba.fro.at/275533

09:00 bis 10:00
Reise nach Somalia
“Einmal um die Welt” reist gemeinsam mit dem in Salzburg lebenden Somalier Abdullahi A. Osman nach Somalia. Außerdem erzählt unser Studiogast vom Anfang seiner Zeit in Österreich und seinem Engagement im Verein Talk Together, der auch die gleichnamige Zeitung „von und für Migrantinnen und Nicht-Migrantinnen“ herausgibt.
Sendereihe: Einmal um die Welt
Radiofabrik Salzburg, 5.12.2014
nachhören: cba.fro.at/275310

11:36 bis 12:00
1. Was bedeutet Schlepperei?
Schlepperei wird jenen acht Personen vorgeworfen, die seit März dieses Jahres in Wiener Neustadt vor Gericht sitzen. Wir berichten regelmäßig vom Prozess. Doch wir haben uns gefragt: Was soll das eigentlich sein, Schlepperei? Was bedeutet das juristisch? Und was wird in der Gesellschaft darunter verstanden?
Unter dem Titel „Schleppen. Schleusen. Helfen. Flucht zwischen Rettung und Ausbeutung“ veranstaltete die Österreichische Gesellschaft für Exilforschung Mitte Oktober ein dreitägiges Symposium mit Vorträgen, Filmen und Podiumsdiskussionen. Wir waren dort und haben ein paar Antworten auf unsere Fragen bekommen.
(Nachrichten auf orange 94.0, 27.10.2014)
2. Pegida, Legida, Dügida, Hogesa, Blablabla
Seit nunmehr zwei Monaten finden die rechtspopulistischen Demonstrationen der islamophoben Bewegung „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ statt. Wöchentlich kommen mehr Menschen, die sich auch gegen sogenannte Wirtschaftsflüchtlinge und die Asylpolitik der Stadt Dresden richten. Mittlerweile haben sich auch in anderen Städten islamophobe Gruppen gegründet. Die nennen sich dann Dügida, Legida und so weiter. Dass die Aufmärsche mit den populistischen Parolen so großen Zulauf verzeichnen, ist erschreckend. Vor allem, da sich nicht nur Neonazis, sondern auch sogenannte Normalbürger an den Protesten beteiligen. Was treibt diese Menschen an, sich an den rassistischen Aufmärschen zu beteiligen? Und wer ist dafür verantwortlich, dass die deutsche Gesellschaft ihren Rassismus so offen zeigt? Darüber sprachen wir mit Alexander Häusler. Er forscht an der FH Düsseldorf mit dem Schwerpunkt Rechtsextremismus und Neonazismus.
(Tagesaktuelle Redaktion, Radio Corax Halle, 10.12.2014)

12:00 bis 13:00
Das Lesewütige Kaffeekränzchen – Festung Europa
Romane, die die Festung Europa in all ihrer unerbittlichen Schrecklichkeit zum Thema haben, hat das Lesewütige Kaffeekränzchen in dieser Sendung vorgestellt.Anschließend erörterten wir im literarischen Gespräch die Fluchtgründe der Protagonist_innen, das Europabild, das den Protagonist_innen in den Kopf gelegt wird, die Darstellung der „Schlepper“ (die unserer Meinung nach auch Fluchthelfer sind) und fragten uns, inwieweit die Autor_innen dem Thema gerecht werden.
Die Bücher: Marie NDiaye: „Drei starke Frauen“, Maxi Obexer: „Wenn gefährliche Hunde lachen“, Laurent Gaudé: „Eldorado“
Redakteurin: Birgit Huber, Das Lesewütige Kaffeekränzchen
Radio Dreyeckland Freiburg, 16.10.2014
nachhören: www.freie-radios.net/66716

13:06 bis 14:00
“Doch als ich das Aufnahmegerät schon abschalten wollte, begannen sie plötzlich, zu erzählen”
Auftaktsendung der mehrteiligen Sendereihe zu 50 Jahre Gastarbeit in Österreich
Seit dem Jahr 2012 beschäftigt sich der Grazer Verein JUKUS mit den Erfahrungen und Lebensverläufen von ehemaligen „Gastarbeiter_innen“ aus der Türkei in Österreich. Dazu haben die Mitarbeiter_innen von JUKUS Archive durchstöbert, mit Historiker_innen und anderen Fachleuten gesprochen und frühere „Gastarbeiter_innen“ gebeten, von sich zu erzählen. Entstanden ist daraus ein wunderschönes wie sehr wichtiges Projekt, das unter anderem eine Ausstellung und einen Buchband umfasst. Zahlreiche Menschen, die vor 50 Jahren als erste Gastarbeitende nach Österreich kamen, haben bei diesem Projekt erstmals über ihre Erlebnisse, erfreuliche und weniger erfreuliche, ihre damaligen Hoffnungen und was aus ihnen geworden ist, gesprochen.
In dieser Auftaktsendung kommen zwei der Gestalter_innen des Projekts zu Wort und beschreiben, was sie dazu bewogen hat, sich dieses bisher unbeleuchteten Themas anzunehmen…
Redakteurin: Irene Meinitzer, Unerzählte Geschichte – Unerzählte Geschichten
Radio Helsinki, 6.12.2014
nachhören: cba.fro.at/275431

15:00 bis 16:00
Medien mit Akzenten – migrantische Medien
Bereits zu Anfang des 20. Jahrhunderts gab es eine italienische Zeitung in Freiburg: La Patria, das Organ der italienischen Gastarbeiter_innen in Europa. Spätestens damit beginnt die Geschichte eigener Medien von Migrant_innen in Freiburg.Die Medien-Aktivist_innen aus der Gastarbeiter_innengeneration, linke migrantische Journalist_innen aus der 90-er und Radio und Zeitung- Redakteur_innen von heute erzählen über die Erfahrungen, Ziele und inhaltliche Schwerpunkte ihrer Medien-Arbeit.
Redakteurin: Viktoria, Soziale Bewegungen im Dialog
Radio Dreyeckland Freiburg, 22.07.2014
nachhören: www.freie-radios.net/65253

16:06 bis 17:00
Kultour Around The World – österreichische Staatsbürgerschaft und Staatsbürgerschaftstest
In dieser Ausgabe von Kultour Around The World gibt es Musik von Alt-J, Chinawomen, Tuneyards und anderen Musiker_innen rund um den Globus. Zwischen den akkustischen Leckerbissen gibt es Auszüge aus dem österreichischen Staatsbürgerschaftstest.
Darüber hinaus gibt es Informationen zu den einzelnen Voraussetzungen und Kriterien, die erfüllt werden müssen, um die österreichische Staatsbürgerschaft zu erlangen. Wo liegt Österreich im europäischen Vergleich und was hat die Staatsbürgerschaft mit demokratischer Teilhabe zu tun?
Redakteur: Jan, Kultour Around The World
Freies Radio Salzkammergut, 19.11.2014
nachhören: cba.fro.at/273923

17:00 bis 18:00
Alte Neue Telfer_innen
Die Zuwanderung von Menschen aus anderen Ländern hat Tirol immer stark geprägt. Menschen verließen ihre alte Heimat und fanden hier eine neue, diese Erfahrungen hinterlassen starke Eindrücke. Die Koordinatorin der Fachstelle für Diversität und Integration der Marktgemeinde Telfs, Edith Hessenberger, rief Anfang des Jahres das Migrationsarchiv Telfs ins Leben, das sich den Lebenserinnerungen der ältesten ’neuen‘ Bürger_innen widmet. Unter ihnen finden sich ehemalige, sogenannte ’Gastarbeiter_innen‘ aus dem türkischen und jugoslawischen Raum ebenso, wie Menschen aus dem EU-Raum. Wie sie das Verlassen des alten Lebens und das Ankommen in der neuen Heimat in Erinnerung haben, welche Erfahrungen sie in den letzten Jahrzehnten in Telfs machten, wurde in ausführlichen Gesprächen aufgezeichnet…
Von Ende September bis Ende Oktober wurde einigen von ihnen im Rahmen der Ausstellung ’alte neue Telfer_innen‘ exemplarisch Raum geboten. Im Rahmenprogramm tourte Kenan Kılıç mit seinem Film ’Gurbet – in der Fremde‘ durch mehrere Tiroler Gemeinden. Der Film porträtiert 10 Menschen, die als Arbeitsmigrant_innen der ersten Stunde nach Österreich kamen.
Zu hören ist ein Zusammenschnitt aus den einzelnen Veranstaltungen sowie ein Gespräch mit dem Regisseur Kenan Kılıç.
Redakteur: Michael Haupt, Alte Neue Telfer_innen
FREIRAD, 18.12.2014
nachhören: cba.fro.at/273923

20:00 bis 21:00
Privilegierte Migrantinnen? Geschlecht und hochqualifizierte Migration nach Österreich.
Als „Expatriates“ wird eine sehr spezielle Gruppe von Migrant_innen bezeichnet: Im Unterschied zu Migrant_innen, die etwa eine existenzielle Notlage zum Auswandern bewegt, werden Expatriates von Unternehmen oder Organisationen ins Ausland beordert oder angefragt. Dort beziehen die am internationalen Markt begehrten Arbeitskräfte hochbezahlte Stellen und bilden eine transnationale und hochmobile Elite. Vor dem Hintergrund einer globalisierten und flexibilisierten Wirtschaft leben diese Akteur_innen jedoch nur für eine festgelegte Zeitspanne in einem anderen Land – und wollen später weiterziehen.
Johanna Stadlbauer beschäftigte sich in ihrem Dissertationsprojekt „Privilegierte Migrantinnen? – (Narrative) Entwürfe des Daseins als Expatriate Spouse in Österreich“ jedoch weniger mit den hochqualifizierten Arbeitskräften selbst, sondern mit den Partnerinnen von männlichen Expatriates; mit Frauen also, die aufgrund der hochbezahlten Arbeit ihres Mannes mit ihm nach Österreich ziehen.
Wie sieht die Lebenswelt einer „Expatriate Spouse“ in Österreich aus? Wie gehen diese teilweise selbst hochqualifizierten Frauen mit dieser veränderten Lebensbedingung um? Wie erzählen sie die Geschichte ihrer Migration?
Aus Sicht einer kritischen Migrations- und Geschlechterforschung ist dieser Lebensumstand in mehrfacher Hinsicht interessant. Denn obwohl die Frauen in Österreich keine existenzielle Not erleben, befinden sie sich in einer ambivalenten Situation: Oftmals ist es den Frauen nicht möglich, selbst einer Lohnarbeit nachzugehen und sind daher zur „Untätigkeit“ gezwungen. Manche Frauen erzählen die Geschichte ihrer Migration daher als befreiendes oder entspannendes Erlebnis, bei anderen überwiegen Gefühle der Exklusion und Fremdheit. Gleichzeitig kann die oftmals neu erlebte Abhängigkeit auch einen Druck auf die Beziehung und die Geschlechter- und Identitätskonstruktionen ausüben.
Redakteur_innen: Robin Klengel, Ruth Eggel, Das wilde Denken. Kulturanthropologische Gespräche
Radio Helsinki, Graz, 6.11.2014
nachhören: cba.fro.at/272910

22:00 bis 23:15
Menschen von anderswo in Halle – eine Annäherung durch Radio
Eindrücke und Ergebnisse eines Radio-Projekts von, mit und über Menschen von anderswo, die nun in Halle leben. Syrische Schüler_innen aus Halle-Neustadt und ihre Angehörigen erzählen von ihren Interessen, Wünschen und ihrer Lebenssituation und eröffnen einen Dialog, ob nun auf Deutsch oder in ihrer Muttersprache. Zusammen mit Lehrer_innen, Elternvertreter_innen, Studierenden und Vertreter_innen verschiedener Institutionen zeigen sie, wie gegenseitiges Interesse und engagierte Zusammenarbeit zu einer erfolgreichen Integration beiträgt.
Redakteurin: Beate Pfeiffer, andere Kulturen
Radio Corax, Halle, 23.10.2014
nachhören: www.freie-radios.net/66856

Dieser Beitrag wurde unter Migration, Politik, Special veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.