Diese Sendung ist seit dem 01. Jänner 1970 im Programmschema
und läuft


Internationaler Holocaustgedenktag
Sondersendung zum 27.1.

FREIRAD bringt auch heuer wieder ein Sonderprogramm zum Internationalen Holocaust-Gedenktag.


‘Es ist geschehen, es kann also wieder geschehen‘

(Primo Levi, Holocaust-Überlebender)


09:00 - 10:00 Uhr | KZ-Gedenkstätte Gusen – Teil 1/2

10:00 - 11:00 Uhr | KZ-Gedenkstätte Gusen – Teil /2/2

14:00 - 15:00 Uhr | KZ-Gedenkstätte Mauthausen

16:00 - 17:00 Uhr | Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim

17:00 - 18:00 Uhr | Bernhard Kathan im Gespräch


Die Sendungen im Detail:


09:00 - 10:00 Uhr | KZ-Gedenkstätte Gusen – Teil 1/2

10:00 - 11:00 Uhr | KZ-Gedenkstätte Gusen – Teil /2/2

Rudolf Haunschmied vom Gedenkdienstkomitee Gusen (OÖ) erforscht schon seit mehreren Jahrzehnten die Geschichte der ehemaligen Konzentrationslager Gusen 1,2 und 3 im Mühlviertel Oberösterreich. In zwei Sendungen schildert er die Enstehungsgeschichte und die besondere Brutalität in den Lagern, die sich über mehrere Gemeindegebiete erstreckten. Haunschmied spricht auch über die Schwierigkeiten bei der Gedenkarbeit heute. Die Geschichte des bis heute weitgehend unbekannt gebliebenen KZ-Komplexes Gusen im Mühlviertel, Oberösterreich, ist erschütternd. Das meiste Wissen verdanken wir den wenigen Überlebenden, mit denen Rudolf Haunschmied in den letzten 30 Jahren noch arbeiten durfte. Sie waren über die ganze Welt verstreut. Von Neuseeland bis Kalifornien, von Russland und Israel bis nach Spanien. Gusen ist der schlimmste und größte Konzentrationslager-Komplex, der in Österreich existierte, aber im Gegensatz zum KZ-Mauthausen von der Bevölkerung weitgehend ausgeblendet ist. Der Komplex Gusen wies auch mehr Opfer als Mauthausen aus, über 70.000 KZ-Häftlinge gingen durch diesen KZ-Komplex. Ein Drittel aller KZ-Toten Österreichs, das sind über 40.000 Menschen sind den Lagern Gusen I, II und III zuzuschreiben. Die Sterberate lag bei über 50%. In der ersten Sendung spricht Rudolf Haunschmied allgemein über den Konzentrationslagerkomplex, die Entstehungsgeschichte und über das Lager Gusen I. In der zweiten Sendung bespricht Rudolf Haunschmied die Lager Gusen II und III. Weiters spricht er über die Befreiung am 5. Mai 1945, die Nachnutzung des Areals und über die Gedenkstätte in der Gegenwart. Eine Sendung von Konsulent Ing. Rudolf Haunschmied vom Gedenkdienstkomitee Gusen.

Weitere Informationen: www.frf.at/2018/12/gedenkjahr-gedenkstaetten

Eine Sendung im Rahmen des Schwerpunktes zum Gedenkjahr 2018 im Freien Radio Freistadt.

14:00 - 15:00 Uhr | KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Die KZ-Gedenkstätte Mauthausen ist heute ein internationaler Ort der Erinnerung und der historisch-politischen Bildung und ermöglicht den BesucherInnen durch Ausstellungen und pädagogische Vermittlungsprogramme die Auseinandersetzung mit der KZ-Geschichte. Der Gedenkstätten-Pädagoge Bernhard Mühleder berichtet über das Umfeld rund um 1938. Wie ist der Ort damit umgegangen? Weiters bekommen wir Berichte von Zeitzeugen.

Weitere Informationen: www.frf.at/2018/12/gedenkjahr-gedenkstaetten
Redaktion: Claudia Prinz

Eine Sendung im Rahmen des Schwerpunktes zum Gedenkjahr 2018 im Freien Radio Freistadt.


16:00 - 17:00 Uhr | Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim

Florian Schwanninger vom Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim spricht über NS-Euthanasie in Hartheim. Zwischen 1940 bis 1944 wurden in Hartheim 30.000 Menschen ermordet. Seit 2003 existiert der Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim. Wer waren die Täter? Waren sie überzeugte Nationalsozialisten und was war ihre Motivation? Wie funktionierte der Vernichtungsbetrieb in Schloss Hartheim? Wie wurde nach 1945 mit diesem Ort umgegangen?

Weitere Informationen: www.frf.at/2018/12/gedenkjahr-gedenkstaetten
Redaktion: Florian Schwanninger
Eine Sendung im Rahmen des Schwerpunktes zum Gedenkjahr 2018 im Freien Radio Freistadt.


17:00 - 18:00 Uhr | "... alles eine Fortsetzung von Dachau und Mauthausen?" - Bernhard Kathan im Gespräch

Der bedeutende österreichische Publizist Nikolaus Hovorka, der sich bereits 1932 als Herausgeber des Buches ’Zwischenspiel Hitler‘ die Nationalsozialisten zum Feind gemacht hatte, erlebte die NS-Zeit aus zwei unterschiedlichen Perspektiven: 1938 aus politischen Gründen verhaftet, war er mehr als vier Jahre lang in den Konzentrationslagern Dachau und Mauthausen interniert worden, bevor er 1942 in die Wehrmacht ’entlassen‘ wurde. Sowohl seine KZ-Haft als auch seine Zeit als Soldat reflektierte Hovorka in zahlreichen Briefen, deren Überlieferung als ausgesprochener Glücksfall zu betrachten ist. Dieser einzigartige Briefbestand wurde von dem Kulturhistoriker, Sozialwissenschaftler und Künstler Bernhard Kathan aufgearbeitet und wird nun erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Hermann Leitner traf den Autor im FREIRAD-Studio, um über das Buch zu sprechen.

Informationen zur Publikation: www.mauthausen-memorial.org
Eine Sendung von Hermann Leitner



Zum Holocaustgedenktag:

Am 27.1.1945 wurde das KZ Auschwitz-Birkenau von der Roten Armee befreit. Das Lager war zu diesem Zeitpunkt bereits weitgehend geräumt. Die Nazis hatten in den Tagen zuvor 60.000 Häftlinge evakuiert und in Todesmärschen Richtung Westen getrieben. Das Lager Auschwitz-Birkenau war das größte Vernichtungslager während der Zeit des Nationalsozialismus, mehr als 1,3 Millionen Menschen aus ganz Europa wurden dorthin deportiert. Geschätzte 1,1 Millionen von ihnen wurden hier ermordet, darunter 1 Million Juden. Etwa 900.000 der Deportierten wurden direkt nach ihrer Ankunft in den Gaskammern ermordet oder erschossen. Weitere 200.000 Menschen kamen durch Krankheit, Unterernährung, schwerste Misshandlungen, medizinische Versuche oder spätere Vergasung um.

Im November 2005 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 27. Jänner zum Internationalen Holocaust-Gedenktag erklärt.

wikipedia


 



MacherIn: FREIRAD, Freies Radio Innsbruck


Speziell zur Sendung am
Sonntag, den 27. Jänner 2013
:

Lesung Ingelore Prochnow, "Als Häftling geboren"

Das Konzentrationslager Ravensbrück war das größte Frauenkonzentrationslager im nationalsozialistischen Deutschland.

Die Lagergemeinschaft Ravensbrück/Freundeskreis e.V. hat in den letzten fünf Jahren die Geschichte der Kinder von KZ-Häftlingen erfragt und erforscht und präsentiert die Ergebnisse und lebendigen Erzählungen in ihrem Buch: Kinder von KZ-Häftlingen – eine vergessene Generation. Das Buch ist im Unrast Verlag Münster veröffentlicht.

Der Buchtitel wurde von der Tochter einer Ravensbrückerin geprägt. Er basiert auf ihren Erfahrungen und drückt zugleich die Sorge aus, persönlich und politisch nicht verstanden und vergessen zu werden. Er war zugleich Thema einer Tagung der Lagergemeinschaft Ravensbrück / Freundeskreis vor 5 Jahren. Ehemalige Häftlinge, Kinder und Enkel kamen 2006 und 2008 zusammen. Sie lernten sich näher kennen, tauschten sich aus, entdeckten Gemeinsamkeiten und Unterschiede und sie knüpften Verbindungen. Die persönlichen und politischen Geschichten wurden ausgetauscht. Und es entstand der Wunsch, der Austausch möge weitergehen. So entstand die Idee, Interviews und Beiträge von Kindern und Enkeln der Überlebenden zu veröffentlichen. Zahlreiche Nachkommen von KZ-Häftlingen aus Deutschland und aus anderen europäischen Staaten folgten der Einladung, Texte zu verfassen oder Interviews zu geben. Sie stehen im Mittelpunkt dieses Buches. Diese Gespräche und Texte werden ergänzt durch Beiträge zu den gesundheitlichen Folgen der KZ-Haft, zu Resilienz und Psychotraumatisierung.

Im Rahmen der Befreiungsfeier des Konzentrationslagers Ravensbrück fand am 21. April eine Lesung aus dem Buch statt, eine der Zeitzeuginnen war Ingelore Prochow, die ihren Buchbeitrag "Als Häftling geboren" vorträgt.

Produktionsdatum: 14.05.2012
AutorInnen: Nicole
Radio: Radio LoRa, Zürich




www.freirad.at

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Nachhören in der Radiothek der Freien Radios Österreichs

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