Die Innsbrucker Gender Lectures sind eine seit 2009 bestehende und öffentlich zugängliche Veranstaltungsreihe an der Universität Innsbruck, welche aktuelle Themen der Gender Studies aufgreift und aus unterschiedlichen Disziplinen und Perspektiven diskutiert. Seit Beginn der Veranstaltungsreihe werden die Vorträge aufgezeichnet und auf FREIRAD ausgestrahlt.
Die Innsbrucker Gender Lectures verstehen sich als Diskussionsforum, das es den Mitgliedern des Center Interdisziplinäre Geschlechterforschung Innsbruck (CGI) an der Universität Innsbruck und Genderforscher*innen aus dem In- und Ausland ermöglicht, brisante Themen in den Blick zu nehmen, unter geschlechterkritischer Perspektive zu diskutieren und sich über theoretische Grundlagen der inter- und multidisziplinären Geschlechterforschung auszutauschen. Darüber hinaus bieten die Innsbrucker Gender Lectures einem interessierten Publikum Einblick in die geschlechterkritische Forschung unterschiedlicher Disziplinen.
Organisiert und veranstaltet vom Center Interdisziplinäre Geschlechterforschung Innsbruck der Universität Innsbruck.
Mehr Infos: www.freirad.at/innsbrucker-gender-lectures
Details zu der aktuellen Ausgabe:
Transformation oder Translation?
Wie können wir mit dekolonialen Perspektiven den Krisen begegnen?
Innsbrucker Gender Lectures 2026/27
In den Gender Lectures im Studienjahr 2026/2027 möchte das CGI sich einem zentralen Problemfeld widmen, das sie als Wissenschaftler*innen verschiedener Disziplinen in der Auseinandersetzung mit dekolonialen Perspektiven im deutschsprachigen Raum begegnet: Die Verzerrung von indigenen, antikolonialen und feministischen Praktiken und Denkbewegungen durch den Prozess der Rezeption und Anwendung in und auf den deutschsprachigen Raum. Dieser Prozess bewegt sich zwischen verschiedenen Formen der Vorstellung und Umsetzung dekolonialer Praktiken, die wir als Transformation und/oder Translation diskutieren möchten.
Sie möchten sich mit folgenden Fragen auseinandersetzen: Wie lassen sich Positionen der Transformation und Translation beschreiben? Welche Ansatzpunkte liefern sie, um die aktuellen Krisen der Demokratien zu analysieren und neue Wege zu beschreiten? Welche Praktiken und Denkbewegungen gehen im Zuge der Transformation und/oder Translation verloren oder werden verzerrt? Welche möglichen Probleme stellen sich aber auch bei der Rezeption im deutschsprachigen Raum?
Mit einem Verständnis von Vieldeutigkeit über die Begriffe der Transformation und Translation orientieren sie sich an María Lugones‘ Verständnis von Transformation als radikale, praktische und gelebte Veränderung des Sozialen basierend auf der Kritik an kolonialen, rassistischen und heterosexistischen Geschlechterordnungen. Und bei dem Begriff der Translation lehnen sie sich an Gutiérrez Rodríguez‘ Verständnis an: Übersetzung im Sinne der Aktualisierung und Translation, in dessen Zentrum das Nicht-Übersetzbare, die Irritation und die Bewegung zwischen den Polen stehen.
Die Innsbrucker Gender Lectures sind im Sommersemester 2027 eingebettet in die Vorlesung „Geschlecht und Kolonialität“ des MA-Studiums „Gender, Kultur und Sozialer Wandel“, die die Thematik vertieft.