9. November: Internationaler Tag gegen Faschismus und Antisemitismus | Sonderprogramm jetzt NACHHÖREN

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Internationaler Tag gegen Faschismus und Antisemitismus

 

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In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 brannten Synagogen und jüdische Geschäfte, in Brand gesetzt von organisierten Schlägertrupps. Tausende Juden wurden misshandelt, verhaftet oder getötet. Spätestens an diesem Tag konnte jeder und jede in Deutschland und Österreich sehen, dass Antisemitismus und Rassismus bis hin zum Mord staatsoffiziell geworden waren. Die Reichspogromnacht war das offizielle Signal zum größten Völkermord in der Geschichte der Menschheit.

Im Gedenken an diese erschütternden Ereignisse wurde der 9. November zum internationalen Tag gegen Faschismus und Antisemitismus ausgerufen. FREIRAD bringt dazu einige Stunden Sonderprogramm:

 

 

 

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11:00-12:00
Dynamik der Gegenwärtigen Rechten – Antisemitismus, Israel und die FPÖ

Mit dem Skandal um die antisemitischen Liederbücher wurde einmal mehr deutlich, welches Gedankengut im Dritten Lager nach wie vor gedeiht. Der freiheitliche Antisemitismus ist kein Beiwerk der Agitation, sondern schon in der Programmatik – und hier vor allem im Bekenntnis zur (deutschen) „Volksgemeinschaft“ – eingeschrieben. Mit ihren demonstrativen Solidaritätsbekundungen zu Israel und seiner Sicherheit versucht die FPÖ aber seit 2010, von dieser Tatsache und den zahllosen antisemitischen „Einzelfällen“ abzulenken. Leider mit Erfolg, viel zu wenige sind heute noch bereit oder fähig, den – oft auch codierten – Antisemitismus aus den Reihen der Freiheitlichen zu erkennen und als das zu bezeichnen, was er ist – ein Skandal, der durch die Regierungsbeteiligung dieser Partei noch vergrößert wird.

Im Vortrag soll gezeigt werden, dass zwischen völkischen Traditionen und pro-zionistischen Bekundungen kein Widerspruch besteht und in welchen Transformationen sich der freiheitliche Antisemitismus heute artikuliert.

Organisation: Ass.-Prof.in Dr.in Claudia Globisch (Institut für Soziologie/Universität Innsbruck) & Manuel Mayrl (Grüne Bildungswerkstatt Tirol)
Referent: Andreas Peham (Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes)
Moderation: Dr. Klaus Hagen (Institut für Zeitgeschichte / Universität Innsbruck)
Erstaustrahlung: 27. Juni 2018

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14:00-15:00
Hörlabor Reloaded – Rassismen und Diskriminierung

Am 21. März findet alljährlich der internationale Tag zur Überwindung rassistischer Diskriminierungen und am 08. April findet zudem der internationale Tag der Roma statt. Aus diesem Grund haben wir diesmal Mandeep und Christa von TIGRA – der Tiroler Gesellschaft für rassismuskritische Arbeit und Jussuf Windischer vom Waldhüttl Mentlberg bei uns zu Gast. Mit ihnen sprechen wir in dieser Ausgabe über Rassismus im Alltag, schauen uns den neu veröffentlichten Tiroler Rassismusbericht etwas genauer an und sprechen zudem über die Situation von Roma und Sinti diesbezüglich.

Eine Sendung von Carolin Vonbank und Christian Schusterschitz
Erstausstrahlung: 03. April 2018

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15:00-15:30
Antifaschistische Musik

Die Playlist für Zwischendurch.

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15:30-16:00
„Niemals vergessen und wehret den Anfängen!“

Alljährliches Gedenken am 9. November in Innsbruck an die Pogromnacht 1938.
Die Sozialdemokratischen FreiheitskämpferInnen und die Israelitische Kultusgemeinde, unterstützt von anderen Organisationen, laden jährlich dazu ein. Feierlichkeiten sind auf dem Jüdischen Friedhof und ein Gebet, das Kaddisch, vor dem Mahnmal auf dem Landhausplatz .
2018: „80 Jahre danach“, Beginn: 15 h Jüdischer Friedhof, Südeingang zum Westfriedhof – Kaddisch vor der Minora, Landhausplatz: 19 h.

Sie hören einen Mitschnitt von den Gedenkfeiern am 9. November 2016.

Eine Sendung von Leonie Drechsel

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17:00-17:30
KulturTon: „Es ist, Ernerl, sehr traurig, Ich werde fast krank dies alles mit ansehen zu müssen.“
Die Entrechtung und Vertreibung Innsbrucker Juden ab 1938 erzählt in den privaten Briefen der Familie Krieser.

Ein zeitgeschichtlicher Glücksfall war es, als sich im September 2013 die Tochter von Erna Krieser bei der Innsbrucker Kultusgemeinde meldete und man erfuhr, dass diese einen umfangreichen Briefverkehr ihrer Mutter mit deren Familie in ihrem Besitz hielt. In den Briefen, die Historiker Niko Hofinger für eine Publikation aufgearbeitet hat, wird auf berührende Weise die familiäre, wie auch allgemeine Situation der Innsbrucker Juden zwischen sogenanntem Anschluss im März 1938 bis Sommer 1939 nachgezeichnet. Für den KulturTon hat Michael Haupt sich die Geschichte nacherzählen lassen.

Erschienen ist der Aufsatz in „1938. Der Anschluss in den Bezirken Tirols.“ Herausgegeben von Horst Schreiber im Studienverlag in der Reihe Veröffentlichungen des Innsbrucker Stadtarchives, Neue Folge 62.

Die Ausschnitte aus den Briefen liest Irene Dobler.
Eine Sendung von Michael Haupt
Erstausstrahlung: 11.05.2018
Zum Nachhören: https://cba.fro.at/374704

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17:30-18:00
KulturTon: Die Gerechten

Die Zeit des Nationalsozialismus hat viele schreckliche Facetten, die noch immer nicht gänzlich aufgedeckt wurden. In dieser KulturTon-Ausgabe beschäftigen wir uns mit zwei Menschen oder Geschichten, die inmitten des Grauens mutigen Widerstand geleistet haben, indem sie verfolgten Juden und Jüdinnen Unterschlupf gewährt haben und sie unter Einsatz des eigenen Lebens vor der weiteren Verfolgung und dem sicheren Tod in einem Konzentrationslager geschützt haben.
Reinhold Duschka hat die Frau seines besten Freundes, Regina Kraus und ihre Tochter Lucia vier Jahre lang in seiner Werkstätte versteckt und versorgt. Balthasar Linsinger, Pfarrer in Großarl, hat Valerie Bäumer mit ihren drei Kindern in seiner Pfarre untergebracht und sie als Bombenflüchtlinge aus Wien ausgegeben. Ihnen und rund 110 weiteren Menschen aus Österreich hat die israelische Gedenkstätte für die Opfer des Holocaust, Yad Vashem, den Titel Gerechte unter den Völkern verliehen.

Die beiden Historiker Michael John und Albert Lichtblau haben im Auftrag der Österreichischen Freunde von Yad Vashem, eine Ausstellung über die Geschichte der österreichischen Gerechten erarbeitet. Erstmals 2013 in Steyr präsentiert, machte die Ausstellung durch einen von Niko Hofinger ergänzten Tirolbezug vom 20.12.2016 – 18.01.2017 in Innsbruck Station. Zum Eröffnungstag, den 19. Dezember 2016, kamen zwei Zeitzeuginnen, Lucia Heilmann und Angelica Bäumer, die in einem Gespräch mit Albert Lichtblau über ihre Rettung durch Reinhold Duschka bzw. Balthasar Linsinger erzählten.

Musik: Philadelphia Symphonie, Opus 28 von Gottfried von Einem, gespielt von der Jungen Österreichischen Philharmonie unter der Leitung von Peter Jan Marthé.

Eine Sendung von Michael Haupt
Erstausstrahlung: 13.01.2017
Zum Nachhören: cba.fro.at/332455

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19:00-20:00
FREIfenster: Innsbruck gegen Faschismus

Ein Überblick über antifaschistischen Aktionismus in der Tiroler Landeshauptstadt und das Netzwerk Innsbruck gegen Faschismus.

Eine Sendung von Joe Tiefenbrunner 

 

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