09. November: Internationaler Tag gegen Faschismus und Antisemitismus

FacebookTwitterGoogle+WhatsAppPinterestTumblrEmailEmpfehlen

Anlässlich des Jahrestages der Novemberpogrome am 9./10. November 1938 hört ihr einige Stunden Sonderprogramm zu den Themen: Faschismus, Rassismus, Nationalsozialismus und Antisemitismus.

Sonderprogramm zum 9. November 2009, dem Internationalen Tag gegen Faschismus und Antisemitismus:

09:00-10:00 Uhr
Sendungsmitschnitt: Aktionstag Abschiebung abschaffen

unbearbeiteter Sendungsmitschnitt
Studiogespräch mit Maria von der Vorbereitungsgruppe zum Aktionstag am 23.10. am Flughafen Wien gegen Abschiebung

–> warum der Aktionstag?
–> wer macht mit / wie ist es organisiert?
–> welche Aktionen, was ist bereits in der Veranstaltungsreihe geschehen (kurze Zusammenfassung der bisherigen Veranstaltungen)
–> Grundverständnis / Zusammenhang von Rassismus und div. Herrschaftsmechanismen
Sprachen: Deutsch Redaktion
radio widerhall
RedakteurInnen: Elisabeth Eva Katarina Mike Ronny

————
10:00-11:00 Uhr
Populismus und rechte Tendenzen

In der heutigen Sendung stellen wir uns die Frage, wie präsent Populismus und rechte Tendenzen in der Landespolitik sind und diese autoritären Haltungen beschrieben werden können.
Die Demonstration am 1. Mai und die Folgen, damit wollen wir beginnen. Es kam damals, wie die meisten wissen, zu einer brutalen Verhinderung des Rechts auf Demonstrationsfreiheit. Es folgte die Entstehung des „Bündnis gegen Polizeigewalt“ und es kam zu weiteren Demonstrationen gegen Polizeigewalt. Die Eskalationsstrategie der Polizei und die Law and Order Haltung von Seiten der Politik waren Augenscheinlich.
Inwiefern war der 1. Mai also ein Spiegel der politischen Kultur in Oberösterreich?
Was in den Medien weitgehend fehlte, war ja das Problem der Unterdrückung des Rechts auf Demonstrationsfreiheit. Wie weit fortgeschritten ist die Entdemokratisierung?
Doch fragen wir in der heutigen Sendung auch nach rechten Tendenzen.
Wie steht es um den politischen Opportunismus in OÖ. Die ÖVP sagt von sich ja, sie sei eine Partei der Mitte. Wie kann man die ÖVP einschätzen? Und wie kann man den Rechtsruck nachzeichnen?
Zu Gast im Studio sind Leo Furtlehner von der KPÖ, Gerda Lenger, die Grünen und Axel vom Kulturverein Treibsand, er ist Aktivist gegen Faschismus. Darüber hinaus haben wir noch Beiträge von Michael Frank von der Süddeutschen Zeitung, von Anton Pelinka, er hat gestern im Kepler Salon von Linz09 referiert; sowie ein Interview mit Andreas Beham vom DÖW (Dokumentationsarchiv österreichischen Widerstands) vorbereitet. Michael Schweiger, seines Zeichens Kulturarbeiter, Soziologe und Radiomacher hat sich bezüglich des Vermummungsverbot und Vermummung abseits des „Haßmützchens“ vorbereitet.

Durch die Sendung führen euch Sarah Praschak und Pamela Neuwirth
Sprachen: Deutsch
Redaktion: FROzine
RedakteurInnen: Michael Gams (Koordination) Daniela Fürst, Pamela Neuwirth, Simone Boria, Michael Schweiger, Dominik Meisinger, Richard Paulovsky, Sarah Praschak, Reinhard Ruemer, Rosi Kröll, Maggie Brückner, Ingo Leindecker, Sandra Hochholzer, H. Leindecker

————
12:00-13:00
Polizei-Rassismus – Einzelfall oder Systemfehler?

Die österreichische Polizei ist immer für Sie da. Über 20.000 Polizistinnen und Polizisten sorgen für Ihre Sicherheit. So steht es auf der Homepage der Polizei geschrieben. Doch ist die Polizei wirklich für alle Menschen gleichermaßen da? Wie kommt es, dass es Menschen gibt, die ein Gefühl der Unsicherheit beschleicht, wenn sie der Polizei begegnen? Radio Stimme bringt eine Live-Studiodiskussion zum kürzlich von Amnesty International veröffentlichten Bericht zu rassistischer Diskriminierung im österreichischen Polizei- und Justizsystem. Gäste sind: Heinz Patzelt (Generalsekretär von Amnesty International), Rudolf Gollia (Sprecher des Innenministeriums) und Walter Suntinger (Menschenrechtskonsulent, Trainer der Polizei und Mitglied einer Kommission des Menschenrechtsbeirats).

Weitere Sendungsthemen:
– Interview mit der Dokumentationsstelle der Anti-rassistischen Initiative Berlin

Sprachen: Deutsch
Redaktion: Radio Stimme – Die Sendung der Initiative Minderheiten
RedakteurInnen: Gerd Valchars, Alexander Pollak, Petra Neuhold, Eva Atzmüller, Agnes Otzelberger, Franziska Klauser, Melanie Romstorfer, Petra Permesser, Elisabeth Frysak, Alexandra Siebenhofer, Tatjana Rauth, Dimiter Rogatchev (Stand: September 2008)

————
13:06-13:36
Zettelbauer (Graz): Antisemitismus und Homogenisierungstendenzen im deutschnational-völkischen Vereinsmilieu

TAGUNG NS-HERRSCHAFT IN DER STEIERMARK
28. bis 30. Jänner 2009 (Teil 3 von 24), Graz

Nach Jahren der vielfältigen Ausdifferenzierung der NS-Forschung mit Themen wie Widerstand, Lagersysteme, Judenverfolgung, Euthanasie, Machteliten, … richtet sich das Augenmerk der Geschichtswissenschaften in letzter Zeit vermehrt auf die Zusammenschau und interpretative Analyse des Nationalsozialismus. Fragen nach der Funktionsweise nationalsozialistischer Herrschaft führ(t)en zu Befunden der „Zustimmungsdiktatur“ oder dem Konzept von „Hitlers Volksstaat“. Der Blick auf individuelle wie auch kollektive Handlungsweisen der „einfachen“ „VolksgenossInnen“ in Verschränkung mit den Themenbereichen Terror, Verfolgung und Widerstand brachte ein tieferes Verständnis der NS-Herrschaft und ihrer Wirkmacht und legte die Verschränktheit der verschiedensten Handlungsfelder der Menschen offen. Im Verständnis, wonach die Persistenz der NS-Herrschaft nur durch soziale Praxis der Menschen erklärbar wird, werden somit vielfältigste Aspekte diktatorischer Herrschaft relevant.
Die Tagung „NS-Herrschaft in der Steiermark“ fühlt sich dieser Zugangsweise verpflichtet und geht unter der Prämisse der steten Wechselwirkungen und der immanenten Verschränktheit von Terror und Zustimmung, Verfolgung und Widerstand, vielfältigen Bereichen der NS-Herrschaft in der Steiermark nach.

Veranstaltet von
* Centrum für Jüdische Studien
* CLIO. Verein für Geschichts- und Bildungsarbeit
* Institut für Geschichte (Abteilung Zeitgeschichte)
* Ludwig Boltzmann Institut für Gesellschafts- und Kulturgeschichte

Heidrun Zettelbauer: http://www-gewi.uni-graz.at/staff/zettelbauer/site.php?show=1

Sprachen: Deutsch
Redaktion: Tagung: NS Herrschaft in der Steiermark RedakteurInnen: Reni Hofmüller Wolfram Märzendorfer Walther Moser
Radio: Radio Helsinki

————
14:00-14:30
„Ich bin keine Minderheit!“ Aus dem Leben der Ceija Stojka

Ceija Stojka bezeichnet sich selbst als „Zigeunerin“. Sie stammt aus einer Lovara-Familie, die seit dem 19. Jahrhundert in Österreich beheimatet. Unter dem Nationalsozialismus wurde die gesamte Familie in verschiedene Konzentrationslager verschleppt. Der Großteil der Familie wurde ermordet. Ceija Stojka ist eine der bekanntesten Roma-Aktivistinnen. Mit ihrer Biographie „Wir leben im Verborgenen“ war sie die erste Romni, die mit einer Schilderung über das Leben der Lovara in Österreich und ihren leidvollen Erfahrungen in den Konzentrationslagern an die Öffentlichkeit ging. Die Sendung über Ceija Stojka ist eine Radiofabrik-Produktion im Rahmen des Projektes „Niemals Vergessen“. Gestaltung: Georg Wimmer.

Sprachen: Deutsch
Redaktion: Radiofabrik / Niemals Vergessen – ein Hörmahnmal
RedakteurInnen: Radiofabrik: Georg Wimmer Radio Corax: Jörg Depta, Thomas Kupfer, tagesaktueller Dienst

————
14:30-15:00
LTI – Lingua Tertii Imperii. Die Sprache des 3. Reiches.

“ Wie rechts ist Rechts? Oder: wollen nicht alle ein bisschen Mitte sein?“ – Rechtsruck in Österreich.

LTI – Lingua Tertii Imperii. Die Sprache des 3. Reiches:
LTI – Im seinem „Notizbuch eines Philologen“ setzt sich Victor Klemperer (1881–1960) mit der Sprache des Nationalsozialismus auseinander.
BDM, Bund Deutscher Mädel, etwa ist ein Kürzel unter Vielen, die sich im nationalsozialistischen Jargon bildeten und typisch waren. Und überall wurde das Wort Volk wie eine Prise Salz gegeben: Volksnah, Volksfremd, Volksgenosse, etc., etc.
Wenn man Hitler, Goebbels und Konsorten heute auf alten Tonbandaufnahmen hört, denken die meisten: „Das kennen wir schon.“ Doch wie ist diese Sprache aufgebaut, welchen Gesetzen folgt sie und welche Beobachtungen machte Victor Klemperer dazu in seinem Notizbuch eines Philologen?
Michael Schweiger war so freundlich einige Passagen aus LTI zu lesen.

Ein Feature von Pamela Neuwirth
Sprachen: Deutsch
FROzine am 18.Februar 2009

————
20-21:30
Gerda Lerner – Feuerkraut (Buchpräsentation)

Gerda Kronstein wurde 1920 in Wien geboren und 1938 durch den Nazi-Terror aus Österreich vertrieben. Die Tochter einer Künstlerin und eines Apothekers rettete sich in die USA und heiratete 1939 den Regisseur Carl Lerner.
Gerda Lerners Leben ist eine Frauengeschichte, ist Geschichte der jüdischen Diaspora, ist Geschichte des „amerikanischen Traumes“ und Geschichte des Traumas der Schoa.
Gerda Lerner lebt zwei Leben: jenes des Leides und der Emanzipation, des Widerstandes und Triumphes über die Widerwärtigkeit.
Das Buch „Feuerkraut“ ist Gerda Lerners beeindruckende Reflexion ihrer ersten, so tragischen Lebenshälfte – aus der Sicht der nunmehr 89jährigen Wissenschafterin, die sich als jüdische Frau gegen Rassismus und Sexismus den Mut zur Kritik und Aktion nicht hat nehmen lassen. Allein 19 Ehrendoktortitel zeugen von der Bedeutung ihrer wissenschaftlichen Karriere und persönlichen Engagements! Für ihr Lebenswerk wurde Gerda Lerner mit dem Bruno Kreisky Preis ausgezeichnet.
Im Rahmen der Buchpräsentation in Graz, vom 4.Juni 2009 hat Gerda Lerner Passagen aus „Feuerkraut“ gelesen – über ihre Kindheit in Wien; den Niedergang der Demokratie; den Anschluss 1938; ihre Emigration in die USA und die antikommunistische Verfolgungen während der McCarthy Ära. Das Buch endet 1958 mit dem Anfang ihrer akademischen Laufbahn in der Metapher des Feuerkrautes, das noch in der Zerstörung, als zarte Pflanze in der Asche den Keim für neues Leben zu legen vermag.

Veranstaltet vom Institut für Zeitgeschichte und dem Centrum für jüdische Studien, Graz
Aufnahme der Lesung mit Diskussion vom 4. Juni 2009, an der Universität Graz.
Moderation des Abends: Univ. Prof.in Karin Schmidlechner.
Sprachen: Deutsch Redaktion: Wissenschaft (Radio Helsinki)
RedakteurInnen: Manfred Handler, Wolfram Märzendorfer, Walther Moser, Wolfgang Weritsch

————
23:00-24:00
Wolfgang Benz (Berlin): Positionen, Tendenzen, Defizite der NS-Forschung

Nach Jahren der vielfältigen Ausdifferenzierung der NS-Forschung mit Themen wie Widerstand, Lagersysteme, Judenverfolgung, Euthanasie, Machteliten, … richtet sich das Augenmerk der Geschichtswissenschaften in letzter Zeit vermehrt auf die Zusammenschau und interpretative Analyse des Nationalsozialismus. Fragen nach der Funktionsweise nationalsozialistischer Herrschaft führ(t)en zu Befunden der „Zustimmungsdiktatur“ oder dem Konzept von „Hitlers Volksstaat“. Der Blick auf individuelle wie auch kollektive Handlungsweisen der „einfachen“ „VolksgenossInnen“ in Verschränkung mit den Themenbereichen Terror, Verfolgung und Widerstand brachte ein tieferes Verständnis der NS-Herrschaft und ihrer Wirkmacht und legte die Verschränktheit der verschiedensten Handlungsfelder der Menschen offen. Im Verständnis, wonach die Persistenz der NS-Herrschaft nur durch soziale Praxis der Menschen erklärbar wird, werden somit vielfältigste Aspekte diktatorischer Herrschaft relevant.

Die Tagung „NS-Herrschaft in der Steiermark“ fühlt sich dieser Zugangsweise verpflichtet und geht unter der Prämisse der steten Wechselwirkungen und der immanenten Verschränktheit von Terror und Zustimmung, Verfolgung und Widerstand, vielfältigen Bereichen der NS-Herrschaft in der Steiermark nach.

Veranstaltet von
* Centrum für Jüdische Studien
* CLIO. Verein für Geschichts- und Bildungsarbeit
* Institut für Geschichte (Abteilung Zeitgeschichte)
* Ludwig Boltzmann Institut für Gesellschafts- und Kulturgeschichte

Wolfgang Benz:
http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Benz
http://zfa.kgw.tu-berlin.de/mitarbeiter/benz.htm

Sprachen: Deutsch
Redaktion: Tagung: NS Herrschaft in der Steiermark
RedakteurInnen: Reni Hofmüller Wolfram Märzendorfer Walther Moser (Radio Helsikini)

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.