kinovi[sie]on am 08.07.2007

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kinovi[sie]on präsentiert am 8. Juli das Spielfilmdebüt HIGH ART (USA 1998) von Lisa Cholodenko.
20:00 Uhr, Leo Kino HIGH ART
R: Lisa Cholodenko

In einem heruntergekommenen New Yorker Mietshaus lernen sich zwei unterschiedliche Frauen kennen und lieben: Syd, die junge, ehrgeizige Redaktionsassistentin, trifft auf Lucy Berliner, eine einst erfolgreiche Fotografin, die sich seit zehn Jahren dem kommerziellen Kunstbetrieb verweigert. Syd lebt mit James zusammen, Lucy mit der ehemaligen Fassbinder-Darstellerin Greta; Syd erhofft sich den großen Karrieresprung, Lucy hat ihre Karriere längst an den Nagel gehängt und lebt in einer bizarren Welt aus Partys und Drogen; die eine jugendlich optimistisch, die andere desillusioniert und selbstzerstörerisch – zwei Frauen, zwei Welten, zwei Konzepte: „die Sphäre der künstlerischen Praxis und die der theoretischen Reflexion. […] Was am Ende übrig bleibt, ist eine fotografische Serie, die eine eigene Geschichte über Abhängigkeit, Selbstverwirklichung, Liebe und Tod erzählt.“ (Annette Gentz) Die schauspielerische Leistung von Ally Sheedy (Lucy), die hypnotische Musik und v. a. die atmosphärisch dichte Arbeit von Kamerafrau Tamy Reiker, die sich an der Ästhetik der Fotografin Nan Goldin orientiert, verleihen dem Film eine Art brüchigen Glamour: „Die Bilder des Films haben einen eigentümlich gelassenen, fast traumwandlerischen Rhythmus. Die Kamera will nicht forsch auf das Geschehen zugreifen, sondern schmiegt sich ihm an, gleitet mit der Sensibilität einer tastenden Hand an ihm entlang. Jede Geste, jeder Blick, jedes Wort erhält genug Zeit, um aus der inneren Spannung der Darsteller hervorzutreten und im eigenen Echo auszuschwingen.“ (Rainser Gansera in: Süddeutsche Zeitung) Lisa Cholodenkos Spielfilmdebüt wurde mehrfach ausgezeichnet: Bestes Drehbuch – Sundance Film Festival 1998; Amerikanischer FilmkritikerInnenpreis 1998 – für die herausragende schauspielerische Leistung von Ally Sheedy; Beste Hauptdarstellerin (Ally Sheedy) – Independent Spirit Award 1999; Jury Special Prize – Deauville Film Festival 1998; u.a.m.

Lisa Cholodenko (geb. 5.6.1964) – Filmographie:
THE L WORD – Episode “Lynch Pin” (USA 2005), LAUREL CANYON (USA 2002), SIX FEET UNDER – Episode “Familia” (USA 2001), HIGH ART (USA 1998) –Spielfilmdebüt, DINNER PARTY (USA 1997) – Kurzfilm, SOUVENIR (USA 1994) – Kurzfilm
USA 1998; Regie & Buch: Lisa Cholodenko; Kamera: Tami Reiker; Schnitt: Ame E. Duddlewston; Musik: Shudder to Think, Tracy McNigt; DarstellerInnen: Ally Sheedy (Lucy Berliner), Radha Mitchell (Syd), Patricia Clarkson (Greta), Gabriel Mann u.a.; (35mm; 1:1,85; Farbe; 102 min; englische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).

kinovi[sie]on – Filme von Regisseurinnen

Frau und Film – zwei Wörter, die aus lautlichen Gründen eine Verbindung eingehen – eine Verbindung zwar, aber leider eine einseitige, eine von Anfang an verschobene: Frau und Film bilden ein ungleiches Paar: er (der Film) zeigt – sie (die Frau: von Garbo bis Kidman) wird gezeigt. Nach wie vor, so erweckt es den Anschein, hat sich an diesem Verhältnis (aktiv/passiv) und seinen Zuschreibungen (männlich/weiblich) kaum etwas verändert. Die Filmindustrie, vor allem die Bereiche Regie und Produktion, sind weit von einer Gleichstellung der Geschlechter entfernt.

kinovi[sie]on – ein Projekt des Otto Preminger-Instituts (Leokino/Cinematograph) – stellt seit dem Internationalen Frauentag 2005 einmal monatlich (jeweils am 8.) das Filmschaffen von Frauen in den Mittelpunkt. Der Filmzyklus kinovi[sie]on will nicht nur darauf aufmerksam machen, dass Frauen als Filmemacherinnen signifikant unterrepräsentiert sind, sondern vor allem dieser Tatsache entgegenwirken. Der so genannte „weibliche Blick“ wird nicht auf typische Themen fokussiert, sondern geweitet, gesplittert gesehen. kinovi[sie]on stellt ein Prisma dieses Blicks dar und bietet der oft kontroversiellen Vielfältigkeit des Filmschaffens von Frauen Raum. Einzelne Filmpräsentationen werden durch Impulsreferate und Publikumsdiskussionen in gesellschaftspolitische und filmtheoretische Zusammenhänge eingebettet und diskutiert.

Konzept, Umsetzung, Dokumentation: Gerlinde Schwarz und Gertraud Eiter
Kontakt: kinovisieon@leokino.at

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